Dienstag, 24. juni 2008
Im Summer Of Love 1967 war ich, also der Autor dieses Blogs gerade 6-9 Monate alt.
Natürlich wuchs ich sehr behütet in einem braven bürgerlichen Haushalt auf. Von der Energie, die dieser bewegten Zeit inne wohnte - APO, Anti-Schah-Demos, Kommune 1, Kinderläden, das Festival von Monterey, Anti-Vietnam-Demos, die Reden und Auftritte Rudi Dutschkes - bekam ich seinerzeit nicht viel bzw. gar nichts mit.

Mit 2 Jahren hörte ich mal - versehentlich - härteste Rockmusik im Radio, es stellte sich später heraus, dass dies Jimi Hendrix war - der Sound seiner Gitarre war unverwechselbar...

Die 70er gingen so dahin und waren für die Kinder damaligen Zeit in erster Linie musikalisch vom allgemeinen Gedudel - Schlager, Abba - geprägt. Manchmal kam mal ein Fetzen Rockmusik in das Wohnzimmer, aber eher selten.

Das aber holte ich später nach, ab vielleicht 16 oder 17 Jahren.

Wir schrieben zwar schon 1983, aber dennoch entdeckte ich binnen kurzer Zeit die Jugend- und Rockkultur meiner frühesten Kindheit, zugleich sog ich die Ideen der APO, der Hippies, der Aussteiger und Querdenker jenr Tage auf - und mein Schicksal war besiegelt. Nie wieder sollte ich mich mit Mainstream zufrieden geben, immer würde ich eine gewisse Aversion gegen konservative Lebensentwürfe hegen, immer ein wenig Rebellion leben. Ich kann damit aber gut leben....

Meine musikalische Sozialisation war also geprägt von Flower-Power und Rock - und später Punk, Independent, Grunge und Crossover.

Meine Plattensammlung - jaaaa, richtige schwarze Vinylplatten - zu Flower Power und Rock der 60er Jahre:

The Doors, Santana, Pink Floyd, Jimi Hendrix, Santana, Neil Young, Rolling Stones, Beatles, Jefferson Airplane, Velvet Underground, Procol Harum, Genesis, King Crimson, The Seeds, Manfred Mann's Earthband, The Who, Small Faces, Vanilla Fudge, Blue Cheer, Iron Butterfly (natürlich "In A Gadda Da Vida"!), Focus, Golden Earring (beide aus den Niederlanden), The Zombies, The Troggs, Frumpy, The Free, Guru Guru, Amon Düül2,  Quicksilver,  Rare Earth, Jeff Beck, Deep Purple, Led Zeppelin, Black Sabbath....

Ein paar werde ich noch näher vorstellen, da mich diese Bands bzw. einzelne Songs maßgeblich geprägt bzw. begeistert haben (die LP's knistern auch besonders).

Mal sehen...

Grüße

M. Kupfer
von M.Kupfer veröffentlicht in: Rock, Punk, Indie und Co Community: Musik
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Montag, 2. juni 2008
Erlaube mir den Hinweis auf mein persönliches Musikprofil auf lastfm:

http://www.lastfm.de/user/MM66/


Eine wirklich tolle Einrichtung, diese lastfm-Homepage!
Wer es noch nicht kennt: Schaut und hört einfach mal rein.

Ich kam darauf, als ich eine CD über den CD/DVD-Player meines Linux-Rechners hörte und der PC anfing, nach den Meta-Daten der CD zu suchen (Namen der Titel, Cover etc). Da stieß ich auf lastfm.

Die Seite kennt so ziemlich alles, selbst die abgefahrensten Bands/Titel/Videos etc. Sich dort zu registrieren war dann nur noch eine reine Selbstverständlichkeit.

Rockige Grüße

M.Kupfer
von M.Kupfer veröffentlicht in: Rock, Punk, Indie und Co Community: Musik
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Dienstag, 27. mai 2008
Konzeptalben sind so eine Sache: Ein/e Künstler/in oder eine Band oder ein Zusammenschluss mehrerer Künstler/innen produzieren ein Album, meist ein Doppelalbum mit einer bestimmten Grundidee, einem Plot, einer Story oder wer weiß was.

Oft werden später 1-3 Tracks zu Hits. Die Konzeptalben passen vor allem in die ausgehenden 60er und in die 70er Jahre, letzteres eine Dekade, in der vor allem Bombast-Rock-Bands a la Pink Floyd, Jethro Tull, King Crimson oder Genesis aktiv waren.

Nix für Punx - schon klar. Die haben das gehasst und ihr eigenes Ding gemacht. Die kommen aber in einem späteren Artikel dran.

Hmm, also, Konzeptalben. Für meine Begriffe waren sie DER Soundtrack der 68er-Kultur.
Weg von den kommerziellen Singles, die Rockmusik wollte "erwachsen werden". Inhalte, Ideen, gepaart mit musikalischer Experimentierfreude....

Dazu ein Artikel aus der TAZ vom 21.04.2008:
http://www.taz.de/1/leben/musik/artikel/1/the-wasted-years-so-close-behind/?src=AR&cHash=62d14b1755

Und, wer's mag, Wikipedia:
http://de.wikipedia.org/wiki/Konzeptalbum

und schließlich:
http://forum.rollingstone.de/archive/index.php?t-8131.html

Prägend:
- sehr lange Stücke, experimentell, evtl drogenbeeinflusst?
- technisch ausgefeilt, da die Studiotechnik immer mehr zuließ, so das Einspielen von Sounds, Geräuschen etc.;
- jedes Stück hatte auf dem Album seinen Platz und durfte nicht aus dem Zusammenhang gerissen gehört werden;
- bedeutungsvolle Texte (mehr oder weniger)
- grundsätzlich keine Single-Auskopplungen mehr.

Spontan fallen mir da an Werken ein:

- Beatles, Sgt. Peppers;
- Beatles, White Album
- Beatles, Let It Be
- Rolling Stones, Beggars Banquet;
- Rolling Stones, Their Satanic Majesties Request,
- The Doors - The Doors;
- The Who - Tommy;
- The Who - The Kids are allright;
- The Who -  Soundtrack zu "Quadrophenia"
- A. Loyd Webber: Jesus Christ Superstar;
- div.: Hair
- Pink Floyd - alles ab Ummagumma, so z.B. Atom Heart Mother, Dark Side Of The Moon, Wish You Were Here, Animals, The Wall, The Final Cut;
- Genesis - Selling England By The Pound, Foxtrott, The Lamb Lies Down On Broadway...
- King Crimson - The Court Of The Crimson King;
- Queen -II, Sheer Heart Attack, A Night at The Opera, A Day At The Races, News Of The world, Jazz, Soundtrack Flash Gordon
- Supertramp - Crime Of The Century
- Jeff Wayne - War Of The Worlds....

to be continued....

Einzelne Alben, wie ich sie im "Schwingungen-Beitrag" unter VII aufgeführt habe, gehören thematisch sicher auch hinzu.

Erwähnenswert, weil ungewöhnlich und ziemlich genial war Jeff Wayne's "War Of The Worlds" aus dem Jahr 1978.

Es war die Musical-Version des alten Science Fiction -Klassikers "Krieg der Welten" von H.G. Wells aus dem Jahr 1898. Die Story ist simpel: Marsbewohner greifen die Erde an - Punkt. Das Interessante an Wells' Story: Die Hörspielversion von Orson Welles löste in den USA 1938 heftigste Irritationen in der Bevölkerung aus, da diese das Hörspiel für einen wahren Live-Bericht hielten....

Wie endet die Story? Die Marswesen gehen schließlich an den irdischen Bakterien zugrunde....

Selten hatte ein Konzeptalbum alter Schule mit progressivem Rock von u.A. Justin Hayward, Chris Thompson, David Essex und mit Text-Unterstützung von niemand geringerem als dem 1984 verstorbenem Schauspieler Richard Burton einen derart kommerziellen Erfolg erzielt.

http://www.youtube.com/watch?v=W8JLqsbK5V0

(Live-Version "Eve of the war") 2006 - erstmalige Konzertaufführung nach fast 30 Jahren!)

Soweit erst einmal das zu den Konzeptalben.

Grüße

M.Kupfer



von M.Kupfer veröffentlicht in: Rock, Punk, Indie und Co Community: Musik
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Mittwoch, 14. mai 2008
Nachträglich zum "neuen" SDS 2008, auf die Beine gestelt von der Partei die LINKE muss ich noch einen LINK (sic! ;-)) zum verfassungsmäßigen Zustand der Partei loswerden. Ich hatte es schon angedeutet: Die WASG - von Schröders Agenda 2010 frustrierte SPD'ler mit eigener Partei im Jahr 2005 angetreten - wurde durch die Fusion mit der alten PDS "geschluckt", auf das die PDS als Nachfolgepartei der SED auch auch im Westen Wählerpotential finde.

Die LINKE, so stellte nun der Verfassungsschutz fest, werde von Extremisten unterwandert, so von der Kommunistischen Plattform um Frau Wagenknecht.

Noch einmal ein Bezug zum SDS: Der alte SDS von "68" hatte mit der SED soviel zu tun, wie ein Traktor mit einem Ferrarirennen. Also gar nichts. Die Studentenbewegung von 68 war nicht nur links, sie war vor allem auch liberal. DAS ist aber mit der KPF der LINKEN so ziemlich gar nicht vereinbar. Die K-Gruppen der 70er bildeten nur eine radikale, sehr dogmatische Randerscheinung nach 68. Der SDS von 68 war der alten SED auch eher unheimlich. Immerhin wurde sie von Rudi Dutschke geführt, einem Linken, der der "linken" DDR ostentativ den Rücken gekehrt hatte und auch sonst seine Schwierigkeiten mit dem SED-Regime hatte. Sein Traum vom "Sozialismus mit menschlichem Antlitz" ließ sich in der DDR nur schwer bis gar nicht umsetzen. Rudi Dutschke wäre in der DDR auch von der Stasi beobachtet und als Dissident entweder verhaftet oder wie Biermann bzw. Nina Hagen seinerzeit zwangsausgewiesen worden.

Einzig der SDS in Köln - ausgerechnet im tiefsten Westen - konnte "gut" mit der SED. Aber die bildeten eine Minderheit.

Zum Artikel:
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,553114,00.html

M.Kupfer



von M.Kupfer veröffentlicht in: "68" und Co.
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Montag, 5. mai 2008
Anbei ein lesenswerter Artikel zum Verständnis der Partei die LINKE zu 68 pp:

http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,551477,00.html


"Der Sozialismus ist gar nicht tot. Er nimmt nur einen neuen Anlauf. So sehen es die meisten der 1600 Studenten, Schüler, Wissenschaftler und Gewerkschafter, die am Wochenende aus der ganzen Republik in die Hauptstadt kamen. Der SDS als Hochschulverband der Linkspartei hatte zu einer 68er-Nachlese an die Berliner Humboldt-Uni geladen. Über dem Hauptportal der Universität prangte in Lila ein Stofftransparent mit der Aufschrift: "Sozialismus - und zwar Flatrate.""

M.E. ist zum einen zu hinterfragen, ob "DIE LINKE" auch nur irgend etwas mit dem politischen Erbe von "68" zu tun havben soll. Wir erinnern uns: Die LINKE ist entstanden nach einer Fusion der Partei PDS (rechtlich die Nachfolgepartei der SED) und der Partei der SPD-Frustrierten, der 2004/05 gegründeten WASG. Der Anteil der PDS, personell und ideologisch, dürfte den Anteil der WASG erheblich überschreiten.

Die PDS und "68"?Die PDS als SED-Nachfolgepartei ist zunächst in erster Linie Ostdeutschland-geprägt. Erst durch die Fusion mit der WASG zur LINKE erhält die alte PDS doch erst Zugang zu den westlichen Parlamenten. Das haben Gysi und Co immer wieder betont.

Die PDS-Altvorderen hätten sich 1968 ganz schön gewundert, wenn es in Ostdeutschland eine ähnliche Freiheitsbewegung mit dem wesentlichen Element "Auflehnung" gegeben hätte. Übersehen wrd hier, dass die APO nicht nur links, sondern vor allem auch liberal bestimmt war, weil es darum ging, sich "gegen das Establishment", gegen alles Hergebrachte aufzulehnen.

Außerdem:  Warum mit einer Politik für morgen am lange vergangenen Gestern anknüpfen? das Faszinosum, das 68 umgibt, ist nachvollziehbar, zumindest für mich. Dank an die damaligen Akteure!

Aber: All dies ist Geschichte, schon lange.

M.Kupfer

von M.Kupfer veröffentlicht in: "68" und Co.
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Montag, 5. mai 2008

zu o.g. Thema hier ein lesenswerter Link aus Spiegel-Online, "Eines-Tages":

http://einestages.spiegel.de/external/ShowAuthorAlbumBackground/a1859/l28/l0/F.html#featuredEntry

Frage Nr.1: Betrachtet man die damalige Poltik der "Bürgerlichen" um Charles de Gaulle - lassen sich Parallelen zu heute ziehen?

Ein Auszug aus dem Beitrag  zur damaligen Bildungsmisere:

"Auch an den Hochschulen rumort es. Die Universitäten befinden sich in einem hoffnungslosen Zustand. Selbst bei den Naturwissenschaftlern wird nach Methoden aus dem 19. Jahrhundert gelehrt. Die Vorlesungen sind überfüllt, die Baby-Boomer drängen sich in den Hörsälen wie auf den Bänken einer Grundschule. Statt zu reformieren, geht der Staat auf Sparkurs; die Hürden zur Hochschule werden höher gelegt. Aufstieg über Bildung wird jetzt schwerer, während die Professoren auf ihren Elite-Status pochen."

 Frage Nr.2:  Wie betrachtet man heute, 40 Jahre danach die legendären Auseinandersetzungen? Immerhin - die Proteste liefen Richtung Revolution:

"Nach den Jahren der Zerwürfnisse schaut das Land 1968 nach innen, auf Ungleichheiten und gesellschaftliche Verwerfungen. Im Winter 1967 streiken die Textilarbeiter in Lyon; als die Rezeptgebühr erhöht werden soll, bricht in Le Mans offener Aufruhr aus, der brutal niedergeknüppelt wird, und während eines Tarifstreits in Caen bauen junge Metallarbeiter erstmals Barrikaden. Erst drei Jahre zuvor ist der blutige Algerienkrieg mit der Unabhängigkeit der französischen Kolonie beendet worden.

Und die Wurzeln des Mai 68 reichen noch weiter zurück: Nach Streiks in den Kohlegruben Nordfrankreichs 1963 hatte Präsident Charles de Gaulle die Region unter militärische Kuratel gestellt; die Kumpel hatten ihren Ausstand dennoch fortgesetzt. Im gleichen Jahr findet das Festival von "Salut les copains" statt, ein frühes französisches Woodstock, bei dem sich bei amerikanischer Musik rund 100.000 Jugendliche aus dem Bürgertum uns aus den Arbeitervorstädten verbrüdern. Damals wird auch die Messe in Latein abgeschafft und der Sozialist Francois Mitterrand fordert in seinem Wahlprogramm das Recht auf Verhütungsmittel."


M.Kupfer

von M.Kupfer veröffentlicht in: "68" und Co.
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Dienstag, 29. april 2008
Was gab es eigentlich an elektronischer Musik vor der Techno-Phase der 90er Jahre? An tanzbarer Musik a la Love Parade eher wenig, dafür aber eine Vorform von Trance.

Eigentlich gehören die "Schwingungen" weniger in den Bereich Rock. Aber wohin dann? Na, das mit den "Schwingungen" war so: Es handelte sich um eine speziellle Radiosendung im WDR. Die lief donnerstags von Januar 1984 bis Ende März 1995, moderiert von Winfried Trenkler, bis einschließlich 1986 alle 14 Tage, ab 1987 wöchentlich. Diese Sendung begann immer mit Harald Großkopf's Stück "So weit so gut".

Der Bogen zum Rock kann sicher über die Schiene Art Rock und Psychedelic Rock aus den 60er/70er Jahren gezogen werden. Winfried Trenkler spielte uralte Stücke aus den frühen Tagen von Tangerine Dream

(link
, s. auch http://www.youtube.com/watch?v=XuVjRAflt6g&feature=related)

(http://www.youtube.com/watch?v=NqE99VqzCU8&feature=related) ,

Tangerine Dream veröffentlichten in den 80ern einiges Neues z.B.:


1984: Live-Album eines Konzerts in Polen
1985: Le Parc
1988 "Song of The Whale - from Dawn To Dusk".


Zu den übrigen "alten" Interpreten gehörten außerdem Klaus Schulze, Eroc, Ash Ra Tempel, Michael Rother, - alleine und mit "Neu" -, Amon Düül, Less Mc Cann (eher Jazz), Bo Hansson, Jean Michel Jarre. Klaus Schulze veröffentlichte 1985 "Interface", von Jean Michel Jarre gab es in den 80ern zwei erwähnenswerte Werke, nämlich "Zoolokology" (1984) - ein abgedrehtes, von Soundeffekten (Supermarkt??) durchsetztes Album. Besser, sehr viel besser  erschien "Rendezvous" (1986) mit dem an eine Raummission im Jahr 1986 - mit tragischem Ausgang - erinnert wurde.

Neuere Dinge liefen von Robert Schroeder, Philip Glass, "Mind over Matter" aka Klaus Hoffmann-Hoog, Nik Tyndall, Yello, ELM, Twice a Man, Peter Davison, Adalbert von Deyen, Dieter Schütz, Claude Larsson, Mergener/Weisser, Rainer Bloss, Cocteau Twins, Triatma, Serge Blenner, Kitaro, Gandalf, Dennis Hart, Peacock, Double Fantasy, Peter Schäfer......

In der ersten Sendung "Schwingungen" Anfang Januar 1984 lief am Ende das Stück "Tubular Bells" von Mike Oldfield (1973) in voller epischer Länge von über 20 Minuten. Als Schüler der Oberstufe verfolgte ich die Sendung später nicht weiter (22:30-0:00 Uhr war für mich mit 17 Jahren einfach zu spät).

Im Sommer 1984 (Ferien!) schaltete ich mal zufällig hinzu, als Winfried Trenkler ein Stück aus Walter Carlos "Sonic Seasonings" - nämlich passenderweise "Summer"- laufen ließ.

Carlos hatte 1972 auf einem Doppelalbum die vier Jahreszeiten vertont, teils mit Synthis, teils mit Klängen aus der Natur. Für jede Jahreszeit nahm er sich eine LP-Seite Zeit. "Summer", das waren 20 Minuten, ja, galaktisches Rauschen von einer Stereobox zur anderen. Ein wenig eintönig vielleicht, aber doch faszinierend, da experimentell und .... anders.


Mein alter Freund Ulrich, mit dem ich da
s Interesse für elektronische Musik teilte, hatte "Summer" während der Sendung aufgenommen und spielte es mir später noch einmal vor.

Später im Herbst lief immerhin "Autumn" - leider hatte ich keine Cassette zur Hand. Bei "Winter" hört man Eisschollen knirschen.

Aber: Bei der Sendung am 25.10.1984 war ich erstmals mit dem Tapedeck dabei.
Soweit möglich, verfolgte ich von da an die Sendungen und nahm auf, schrieb mit (da ich mir all die vielen Interpreten beim besten Willen nicht merken konnte). Dieses ungewöhnliche Hobby betrieb ich bis zu Beginn meines Studiums im WS 1989/90.

Ich schilderte dies bereits an anderer Stelle: Eine Kiste mit zig Cassetten steht auf dem Speicher, in gutem Zustand, wie ich neulich feststellen durfte....


Kunst oder Tatort-Begleitmusik? Oder doch eher etwas für den Fahrstuhl?


Ist das eigentlich Kunst? Oder ernstzunehmende Musik? Bei Carlos Summer oder tangerine Dreams "Phadra" kommen manchem Zweifel auf - bei mir nie.

Manch Album erinnert tatsächlich an den Tatort oder an andere Krimis im TV, vor allem die Stücke von Tangerine Dream aus den 80ern. Das war auch nicht einmal weit hergeholt. 1982 lief ein Schimanski-Tatort mit dem titel "Das Mädchen auf der Treppe" - den Soundtrack dazu lieferten Tangerine Dream.

Die Krautrock-Band CAN lieferte 1977 den Soundtrack zu "Das Messer".

Mein Eindruck von der elektronischen Musik der 70er und 80er war: Die Künstler präsentierten zumeist experimentelle und lange Stücke, ruhig aber abwechslungsreich genug, schufen Bilder im Kopf. Sie war genau richtig, um mit dem Kopfhörer auf dem Kopf auf seinem Bett zu liegen, nachzudenken und darüber wegzudösen, etwas zu schreiben (Brief, Tagebuch, Sonstiges) oder am Schreibtisch etwas zu künstlerisch zu schaffen, sei es die obligatorischen Arbeiten im Fach Kunst, seien es andere eigene Werke.

Was gab es Schöneres als zu Ashra Tempels "Midnight on Mars" vom Schulalltag auszuspannen, oder vom Zivi-Geschehen?


Meine Anschaffungen damals aufgrund der "Schwingungen":

Robert Schroeder's "Brain Voyager" (1985/86) erwarb ich im April 1986. Das besondere an diesem Album: Es war  mit der "Kunstkopf-Technik" produziert. Dazu war ein künstlicher Kopf hergestellt und innen mit entsprechenden Mikrofonen ausgestattet worden, um die Akustik im menschlichen Ohr nachzuempfinen. Das war ein besonderes Hörerlebnis, muss ich schon sagen. Vor allem das zweite Stück auf dem Album - gesungen von einer Frau, hört sich an, als befände sich die Sängerin direkt vor mir in einem leeren Raum.... Das Album war em soundtrack für einenFilm namens "Glücksgedanken".








Mind Over Matter: The Colours Of Life" (1988): Das vom Cover her sehr an "Pink Floyd- Wish You were Here" erinnernde Album ist entspannend, kommt aber ein wenig esoterisch daher. The Colours of Life widmete der Künstler Klaus Hoffmann-Hoog seinem damals gerade geborenem Sohn, der mit einem Baby-Juchzer verewigt wird. Der Sohn ist mittlerweile 20 Jahre alt (das Album auch, ich erwarb es irgendwann im Jahr 1988).













Klaus Schulzes "Moondawn" aus dem Jahr 1976:
Ich erinnere mich noch sehr an ein "Freie-Mitarbeiter-Wochenende" in einem Klever Jugendheim im Spätherbst 1985. Draußen stand dicht der Nebel, drinnen im Saal spielten ein paar Jungs im sonst bis auf ein paar alte Polstermöbel leeren Saal (der sonst für Feten, OT's und anderes zur Verfügung steht) Billiard. Dazu lief bei Schummerlicht die erste Seite des Albums Moondawn. Abgedreht! Etwas Besonderes rauchen oder irgendwelche Pilze essen muss man dann auch nicht mehr.....

Das Schulze-Album Blackdance aus dem Jahr 1972 kommt sambamäßig daher -->









Das Album Phaedra von Tangerine Dream - 1973 - erhielt ich von meinem Freund Ulrich, der sich beim Kauf offenbar vergriffen hatte. Ich fands super. Es erinnert an eine Eis- und Schneelanschaft. Als ich das Anfang 1985 das erste mal hörte, fiel dichter Schnee in der Winternacht. Ich blickte aus dem Fenster und im Hintergrund lief Phaedra. Passender hätte ein Soundtrack zum Wetter draußen nicht sein können....

Zu dem Album "Tangram" aus dem Jahr 1980 sagte ein Cousin damals: Das hört sich an, als leierte jemand lustlos ein Gedicht herunter. Ja, der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt....








Ziemlich klasse fand ich Manuel Göttschings - Ash Ra Tempel IV "Inventions for Electric Guitar" aus dem Jahr 1974:

Es ist beruhigend - und genial gespielt, fast so wie Midnight on Mars.


1989/90 endete meine "Schwingungen"-Euphorie. Gelegentlich schaltete ich mal hinzu. Aufnehmen tat ich nichts mehr. Der Abschied 1995 fiel mir gleichwohl schwer.














Danach legte Winfried Trenkler seine CD-Serie "Schwingungen" auf (Radio op CD). Ein Freund schenkte mir zu einem Geburtstag drei Folgen der Serie. Für mich war, da auf den CD's die Stücke nicht vollständig gespielt wurden, die Angelegenheit "Schwingungen" damit vorerst beendet. Hörgewohnheiten ändern sich...

Man beachte den Begleitzettel: Winfried Trenkler veranstaltete Seminare zur frühen Geschichte deutscher elektronischer Musik....


Lang ist sie her, meine "Schwingungen" - Phase, Vieles befindet sich auf Audiocassetten, die  sind womöglich historisch wertvoll, wer weiß?

M. Kupfer
















von M.Kupfer veröffentlicht in: Rock, Punk, Indie und Co Community: Musik
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Mittwoch, 23. april 2008
Bevor ich zu meinem nächsten Spezialhema - elektronische Musik - komme, muss ich hier ein Kapitel zu meiner Rock-Sozialisierung durch Radio, Rock-Literatur und Freunde/Bekannte verfassen.

An die Jüngeren: Fällt euch was auf?? Ich habe mit keinem Wort MTV, VIVA oder andere Musikvideosendungen erwähnt. Und MP3 gabs zu meiner Jugend nicht. Ich sagte es bereits - Schallplatten, Cassetten, Radio waren die Hauptbezugsquellen für meine rockmusikalische Früherziehung, vielleicht noch Feten, bei denen dies und das gespielt wurde... . Hinzu kamen noch Bücher über Rock -, Punk und anderes, die ich mir im modernen Antiquariat für ein paar Mark besorgt hatte. Vielleicht gab es mal Fernsehsendungen zu einer Band, einer Stilrichtung. MTV gab es erst ab Mitte der 80er in die Wohnzimmer. Gelegentlich sickerten die ersten Videos durch den "Holländer" zu uns. Ab 1983 gab es die Sendung "Formel 1". Für den immer spät gesandten "Rockpalast" - Konzertaufnahmen - war ích noch zu jung. 

Zunächst zum Radio:
Ich bin in Nordrhein-Westfalen beheimatet, befinde mich also im Sendebereich des WDR. Zwar bekamen wir wie gesagt den "Holländer" - grenznah, wie wir wohnten, der war aber erst einmal nur für die "Charts" zuständig.

Der WDR hatte bis Mitte der 80er 3 Sender - WDR 1-3.
WDR 2 bot ein paar Sendungen für Jugendliche, Anfang der 80er erlebte ich noch das Ende der "Radiothek" und des "Rock'n'Roll-Revival" sowie "Musik nach der Penne".

Dann kam 1981 die erste Programmreform des WDR, die ich bewusst, mit 14 erlebte: Nachmittags lief dann in der Woche auf WDR 2 der "Treffpunkt" mit verschiedenen Moderatoren (dazwischen die "Hörbar", die lustig sein sollte). Die interessanten Sendungen abends
gegen 20:00 Uhr hießen noch"Schlagerrally" - lange Zeit montags - und "Mal Sondock's Hitparade" - mittwochs - die wir mit Cassettenrecordern bzw. Tapedecks mitschnitten. Einmal im Jahr im August lief "Rockpalast an der Loreley", meist mit Alan Bangs als Moderator. Der Gegenpart von Mal Sondock war Dave Coleman, der  zwar sehr gut moderierte, aber  Funk- und Soul-Musik spielte, die mich nicht sonderlich interessierte. Sehr interessant auch war, dass die Moderatoren der Spartensendungen viel Zeit damit verbrachten, Briefe von HörerInnen zu verlesen, die zum Teil aus dem Knast kamen, vor allem bei Dave Coleman und Volkmar Kramartz (Scream).

Mit den Jahren kamen weitere Lieblingsspartensendungen hnzu und lösten die bereits benannten nach und nach ab.  Von Anfang 1983 bis August 1985 lief Sonntag abends die Sendung "Haste Töne?", eine etwas anspruchsvollere Rocksendung mit neuen und alten Alben.

Für diese Sendung sonntags ging ich in die Badewanne - Radiohören und Plantschen, statt Tatort mit Schimi schauen. Ab 1984 gab es in den letzten 15 Minuten dieser Sendung einen Teil mit Namen "Rock History" - und eröffnete mir das Tor zur Rockmusik vergangener Zeiten. Im August 1985 wanderte die Sendung als "Flippzeit" in den späten Samstagabend und machte Platz  für die "American Top 40". 1985 war auch das Jahr, in dem WDR 4 auf Sendung ging und Modern Talking die Charts stürmte. Noch Fragen zu den Qualitätsstandards damals?

Die Flippzeit rutschte 1986 ins Nachmittagsprogramm und ersetzte den "Treffpunkt".

1984 begann die Reihe "Schwingungen" mit Winfried Trenkler für die Freunde elektronischer Musik, also von Klaus Schulze, Tangerine Dream, Jean-Michel Jarre und anderen Interpreten, eingeleitet wurde diese Spartensendung mit Harald Großkopf's "So weit so gut" eingeleitet. Dazu später.

Nur soviel an der Stelle: Ich habe auf unserem Speicher eine Holzkiste stehen, voll mit Cassetten, auf denen sich alte "Schwingungen" von Oktober 1984 bis etwa 1990 befinden. Die Aufnahmen sind noch voll und ganz brauchbar, wie mir einige Stichproben zeigten. Über 20 Jahre altes Bandmaterial!

"Scream", die Sendung für Schwermetaller u.A. mit Volkmar Kramartz lief ab 1986(?) dienstags abends ab 22:00 Uhr, in Abwechslung mit "Graffiti", einer Sendung für Independent- und Underground-Fans mit Thomas Elbern, dies bis 1995. Mitten hinein rutschte die RockSession mit Alan Bangs, später die"Alan Bang's Connection" - ein genialer britischer D.J. - vergleichbar mit John Peel bei BFBS brachte die herrlichsten Longplayer, z.B. von den Doors oder The Free, Cream, Iggy Pop und ich weiß nicht was mit den irrsten Geschichten zu den Bands und den Songs.

Die sehr ruhige, unaufgeregte Moderationsweise von Bangs, der ein unglaublich umfangreiches Fachwissen aufwies (10.000 LP's und CD's!), gespickt mit englischem Akzent und diese sagenhafte Musik und die geschichten dazu zu später Stunde bildeten ein Highlight im Spartenradio der 80er Jahre. Der Mann war den Rockpalast gewohnt - das merkte man....ein Profi eben

Freitagabends saß der Krawattenmann Götz Altzmann am Mikro und präsentierte Rock'n'Roll, Rackabilly und anderes aus den 50ern.

Irgendwann 1986 rutschte die gesamte SpartenDJ-Radio-Herrlichkeit nach  WDR 1.WDR 1 war damals dann der Rock- und Popsender schlechthin.

1989 durften die Hörer in der Flippzeit eine Plattenkritik - schriftlich verfasst - einreichen, die dann von den Redakteuren professionell vertont (Vorlesen, Unterlegen mit der rezensierten Musik) gesendet wurde. Ich war auch dabei, mit einem Verriss über  das Waters-Album von 1984 "Pros an Cons of Hitchhiking". Das brachte mir den Hörerbrief eines Menschen ein, der das Album eigentlich gut fand...

Radiohören war für mich Kultur. In meinem Zimmer standen in den 80er Jahren drei Radios - eines , das zur Stereoanlage gehörte (und mit dem ich auch alles mit geschnitten habe), sowie zwei alte Röhrenradios.

Eines war ein klassisches Radiogerät aus den späten 50er Jahren, mit Holzgehäuse, stoffbezogenen Lautsprechern, einem Katzenauge und riesigen elfenbeinfarbenen Tasten, mit denen man UKW, KW, LW und MW einschalten konnte, desgleichen riesigen Reglern für den Sender, die Lautstärke und "Dissonanz" und "Bass"/"Treble". Die Senderanzeige war ein sich über die gesamte Radiobreite erstreckendes coloriertes Glas mit zig Beschriftungen, Linien Zahlen und Städtenamen.

Das andere Röhrenteil war ein besonderer Schatz, der war noch älter als das oben beschriebene und befand sich in einem der ersten Fernsehgeräte, die in den 50er Jahren in den Wohnzimmern Wirtschaftswunderdeutschlands standen.Wer weiß - lief auf dem Bildschirm einmal das legendäre Finale bei der WM 1954? Ich hatte es im Juni 1983 von einem Kumpel erworben, für damals 20,-- DM. Das Teil war ca. einen Meter hoch und 50x60 breit bzw. tief, brauner Schleiflack, darin ein alter Fernseher, darunter das Radioteil (mit dem oben beschriebenen technischen Standard....) Davor, also vor Radio und Fernsehteil befand sich eine zweiteilige Lamellen-Schiebetüre, so dass man - wie es damals üblichg war - das Ding schließen konnte, wenn nichts mehr im TV/Radio lief (Sendeschluss!). Das Ding war vom Allerfeinsten, wenn der Fernseher auch defekt war, das Radio ging noch - genauso gut, wie das andere Röhrenradio. Es besaß ein vertikales Katzenauge, dessen Farbskalen sich von oben und unten kommend in der Mitte trafen, wenn der Sender perfekt eingestellt war.

Zum Transport dieser sperrigen, megaschweren "Mediothek" (Massiv-Holz plus Röhrenelektronik plus uralter Bildschirm...., die 50er ließen  grüßen, da hat man 
Schwere und masse noch mit Wirtschaftskraft assoziert)  eine Anekdote: Ich war 16, als ich das Ding im Sommer 1983 kaufte. Meine Eltern fandens gar nicht komisch. Ich musste mir etwas einfallen lassen, der Transport per Auto war ausgeschlossen (hätte wohl auch nicht einen Golf oder Opel Kadett hinein gepasst)! Von Frank bis zu mir waren es etwa 2 km Luftlinie. Aber der Weg! Es ging bergauf und wieder steil bergab, auf der Straße befanden sich tückische Steinchen, Rollsplitt noch und nöcher (die man sonst nie wahrnimmt....) .... Die Mediothek hatte unten kleine Räder, solche, wie sie normalerweise unter Ikea-Blumen-Tischchen oder HiFi-Racks zu finden sind - schwarzes Plastik. Die waren zwar hilfreich, erwiesen sich aber denoch als ausgesprochen hartnäckig beim Transport, vor allem bei Rollsplittsteinchen. Frank und ich mühten uns an einem heißen Tag wie bescheuert ab....

Nach bestimmt 1,5 Stunden waren wir dann bei mir daheim angelangt. Bis dahin war alles gut gegangen. Aber dann: Das Teil blockiert, hakt an einem Schottersteinchen jäh fest, es kippt nach hinten (hinten war offen, vorne war mit den Lamellentüren abgeschlossen) wir haltens krampfhaft fest, dafür fällt  der gesamte nicht verschraubte Röhren- und Bildschirmteil heraus und knallt auf den Asphalt.... Die Folge: Der alte Röhrenbildschirm blieb heile, dafür hatte das Senderglas eine gewaltigen Riss. Außerdem war die eine oder andere Sicherung hinüber.

Mein Vater schlug damals die Hände über dem Kopf zusammen: Das Ding kommt nicht zu uns rein, das geht auf den Müll.... Das "Ding" stand dann aber am näcsten tag in meinem Zimmer und war ein echter Hingucker!
Musik konnte ich nach einem Auswechseln der Sicherungen hören.

Naja, auf den Müll kam es erst ca. 20 Jahre später, so um 2003, da hatte ich schon längst Familie und wohnte nicht mehr in Kleve. Und meine Lieben hätte ich schwer zum Behalten des halbdefekten Riesenteils aus einer anderen Zeit überreden können.

Zurück zum WDR. Die Programmstruktur des WDR 1 sah in den letzten knapp 4 Jahren wie folgt aus:
http://de.wikipedia.org/wiki/WDR_1

Und davor:
http://www.radiojunkie.de/wdr1.html

Die herrliche Spartenradio-und DJ-Radio-Welt endete, kurz vorher angekündigt, zum 01.04.1995. Seit Anfang der 90er Jahre hatte sich mehr und mehr das sog. Formatradio kommerzieller regionaler Sender mit ihrem Dudelfunk durchgesetzt (Radio Bielefeld, Antenne Niederrhein, Radio FFN etc). Formatradio hieß dies, weil der Anteil Musik und der Anteil Wortbeitrag sehr genau aufeinender abgestimmt waren. Die Musik wurde nicht mehr vom DJ-ausgewählt, sondern zentral eingespeist. Gerald Baars, der "Wellenchef" vom WDR legte am 01.04.95 den Hebel um und eröffnete so 1Live, ein Sender, der damals zumindest dem  privaten Regional-Dudelfunk sehr ähnlich war. Die Spartensendungen vermengten sich im KultKomplex (oder besser: Schuldkomplex?). Haste da noch Töne?

Wollen wir mal nicht so unfair sein (altersmilde-tätschel): Ich gehörte wahrscheinlich schon 1995 zum alten Hörereisen und bin nicht die Zielgruppe (wie mir Herr Baars in einem Antwortbrief auf meine schriftliche Beschwerde über das Verschwinden "meiner" Sendungen  indirekt beantwortete), das neue EinsLive präsentiert sich 13 Jahre nach Einführung wie folgt:

http://www.einslive.de/

Mittlerweile, 2008, hat sich still und heimlich im WDR2 eine fast täglich laufende Rocksendung namens "Soundfiles" ab 21.00 Uhr durchgesetzt.

http://www.wdr.de/radio/wdr2/soundfiles/profil.phtml

Zum sonstigen Musikprogramm in WDR2:

http://www.wdr.de/radio/wdr2/musik/index.phtml

Ein Aha-Erlebnis hatte ich 2005 bei einem Dänemark-Urlaub: Die Dänen hatten einen ganz hervorragenden Rocksender -die ganze Zeit lief Underground-Rock vom Allerfeinsten! Auf die Weise lernte ich auch "Kaiser Chiefs musikalisch kennen.... SO kann Rock-Radio auch sein!

Achja, einmal habe ich auch einmal eine Radiosendung produziert, die auch gesendet wurde, im Bürgerfunk von Radio Bielefeld. Das war 1997, ich produzierte damals mithilfe der Software "Cutmaster" einen Beitrag über ein Jugendheim, das gerade 15 Jahre Geburtstag feierte. Radiomachen ist recht
unaufgeregt, mich faszinierte allerdings die Technik des Cutmaster (die heuet wahrscheinlich auch völlig out ist).

Zur Rock-Literatur noch ein paar Worte: Das erste Buch, das ich zu dem Thema "Rock" erwarb war im Juli 1985 "Rolling Stone - Bildgeschichte der Rockmusik, Teil2, Von den Searchers zu Bruce Springsteen". Es folgten später noch RockSession2, Salzingers "Rock Power" und ein geheimnisumwobenes Buch namens "Bomp" von Greg Shaw- die Zusammenfassungvon Beiträgen eines amerikanischen Fanzines aus den 60er Jahren - ein El Dorado für früheste Garagen- und Underground Musik!! Kennt jemand hier die Seeds mit Sky Saxon? Siehste....! War Punk anno 1966!

Das Rowohlt Lesebuch der Rockmusik war klasse, vor allem mit dem Text des Rockjournalisten Lester Bangs am Ende über frühen Punk und die Troggs - einfach sa-gen-haft! Ich hatte meine Mission, meine Grundidee theoretisch untermauert, die da lautet "Be underground". Mein weiteres Punk-Buch hatte den Titel "Wir waren Helden"

1992 las ich einen Roman von einem Norweger namens Lars Saabye Christensen - "Yesterday".Es ging um vier Jungs, die in den 60ern die Beatles entdecken, diese zu ihren Superstars erheben und ebenfallls Musik machen und  durch die 60er stolpern, mit Höhen und Tiefen. Der Nachfolger "Waterloo" spielt in den 70ern und reicht nicht im Ansatz an "Yesterday" heran.

2005 erhielt ich das lesenswerte Buch von Nick Mason "Inside Out" über die Geschichte von Pink Floyd.

Bei all den Literaturtipps fällt mir ein, dass ich unbedingt mehr Beiträge über Bücher und Filme bringen sollte.

Grüße

M.Kupfer







von M.Kupfer veröffentlicht in: Rock, Punk, Indie und Co Community: Musik
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Montag, 21. april 2008
Im Sommer 2007 las ich im Urlaub das Werk von Bettina Röhl:"So macht Kommunismus Spaß!"

Das inkl. Anhang pp 677 Seiten starke Buch trägt den vielversprechenden Untertitel

 "Ulrike Meinhof, Klaus Rainer Röhl und die Akte Konkret".

Wer ist nun Bettina Röhl? Bettina Röhl ist eine der Zwillingstöchter von Ulrike Meinhof und Klaus Rainer Röhl.
Sie schildert zum einen die Geschichte ihrer Eltern, zunächst für beide einzeln, später die gemeinsame Geschichte, dann die getrennten Wege ab 1968.

Sie schildert die Geschichte der Linken im Nachkriegsdeutschland, die der Zeitschrift "Konkret" - die, wie die Ostermärsche gegen die Aufrüstung in den 50er und 60er Jahren, erwiesenermaßen von der DDR unterstützt und finanziert wurde. Und sie schildert ihre eigene Geschichte - und dass sie aus ihrer eigenen Familiengeschichte eine tiefe Abneigung gegen das Phänomen "68" herleitet.

Die ersten 2/3 des Buches sind hervorragend geschrieben. Das Werk glänzt in dem Teil durch präzise Recherchen in Unterlagen, durch Interviews mit Zeitzeugen und nicht zuletzt durch die eigenen Erinnerungen der Autorin. Die Geschichte von Konkret ist packend, sie wirft ein fragwürdiges Bild auf das Oppositionsblatt von links - die DDR hatte in der tat die Arbeit unterstützt. Die Geschichte von Ulrike Meinhof und Klaus-Rainer Röhl lässt von Beginn an erahnen, dass dies eine eher schwierige Beziehung werden würde. Lebendig ist die Schilderung, wie Rudi Dutschke auf die Zwillinge im Kindesalter wirkte - sie mochten ihn.

Dann, im letzten Drittel - etwa ab "Die Morgendämmerung von 68" erfährt das Buch leider einen Bruch. Die Autorin verlässt mehr und mehr die präzise Recherche, die treffende und um Objektivität bemühte Darstellung - und driftet ab in eine Melange persönlicher - posthumer! - Abrechnung mit ihrer Mutter Ulrike Meinhof, indem sie alles, was sie nach dem Verlassen der Familie just am Neujahrstag 1968 geschrieben/geschaffen hat, in Grund und Boden niederschreibt. Ein Highlight mag in dem Teil noch die - nachvollziehbare und zutreffende - Interpretation des Textes über den Kindermörder Bartsch sein, das war es aber auch.

Sie fährt dann mit einer keineswegs mehr um Objektivität bemühten Hasstrirade gegen die Aktivisten und Protagonisten von "68" und ihre Erben im Geiste fort - das erinnert schon sehr stark an das "68er-Bashing" des Jünglings Floian Illies in "Generation Golf". Sie wird oberflächlich - und widersprüchlich. Hatte sie gerade erst geschildert, dass sie Rudi Dutschke als Kind mochte, so werden seine Reden, sein Wirken nun gnadenlos zerfetzt. Warum verlässt sie an der Stelle den Pfad erstklassiger Recherchearbeit? Möglicherweise hätte dies den Rahmen gesprengt?

Nun - betreibt Bettina Röhl eine Art Jugendaufbereitung und stürzt sich deshalb auf die "68er", weil ihre Mutter Ulrike Meinhof sich dort vor ihrem Kampf im Untergrund dort hingezogen fühlte? Man könnte dies meinen. Bettina Röhl war schon vor 20 Jahren, also 1988 eine der ersten, die sich in der damals gerade frisch auf dem Markt erscheinenden Zeitgesitpostille "Tempo" - zusammen uA mit Maxim Biller -  vernichtend  über "68" äußerte.

Es geht nicht darum, Kritik an den alten Revoluzzern zu unterbinden. Es geht vielmehr darum, wie wir darüber reden wollen. Ob wir uns tatsächlich um Objektivität und historische Wahrheit bemühen wollen - oder ein Feindbild aufbauen. Letzteres haben wir schon zu genüge. Schade - Bettina Röhl könnte mehr dazu beitragen, als typisches "68er-Bashing".

Insgesamt ist das Buch aber lesenswert, gerade wegen der ersten 2/3. Als 68er-Fan - wie ich - muss man danach ein wenig die Zähne zusammenbeißen. Die 68er-Hasser werden sich darin sicher wieder finden.

M.Kupfer
von M.Kupfer veröffentlicht in: "68" und Co.
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Donnerstag, 17. april 2008
Die Stilrichtung Hard Rock/Heavy-Metal prägte mich etwa 10 bis maximal 15 Jahre, nämlich von Anfang der 80er Jahre bis vielleicht Mitte der 90er. Mit ACDC und Deep Purple (s. Bild links) fing alles an.

Seit den 90ern habe ich natürlich nichts Seichtes/Gefälliges gehört, aber ich habe aufgehört, die aktuelle Heavy-Metal- Musik zu verfolgen. Mein Eindruck war irgendwann: So richtig viel  Neues kommt nicht mehr.... Womöglich irre ich mich. Wer weiß?

Vor allem aber ändern sich Hörgewohnheiten. Heavy Metal hat ziemlich viel mit Gemeinschaft und dem Gefühl zu tun, zu einer "eingeschworene Clique" zu gehören. Das gilt auch für Independent, Crossover und anderen eher extremen Stilrichtungen.

Gar nichts zu tun hat Heavy Metal mit den beiden M-TV-Trickfilm-Deppen Beavis and Butthead.

Ab Beginn der 90er - ich war Mitte 20 - beschäftigte ich jedenfalls zunehmend mit Underground, Indie, Crossover - und Grunge hatte der klassischen Heavy-Metal Musik für meine Begriffe den Rang abgelaufen.

Die Hochphase meiner persönlichen Metal-Geschichte spielte sich Mitte bis Ende der 80er Jahre ab.

Übrigens: Die alten Metallica-Scheiben oder die von Slayer höre ich nach wie vor leidenschaftlich gerne. Aber was jetzt, also 2008, so angesagt ist, weiß ich nicht.

Aber von vorne:
Anfang der 80er Jahre war Hard-Rock der Stil für die ganz Harten aus dem Garten.
Heavy Metal kam gerade so auf.

Hard Rock, das waren AC/DC, Kiss, Foreigner, Rainbow, Whitesnake, Saxon, Deo, Scorpions, Van Halen, Ram Jam (Black Betty), Uriah Heep, Black Sabbath, Status Quo und Golden Earring.

Heavy Metal waren vor allem Iron Maiden und Motörhead. Was ich 1982/83 als NDW- und Bowie-Hörer noch nicht wusste, war dass eine junge Band aus den USA unter der Leitung eines James Hetfield ihr erstes Album produzierte, das da hieß "Kill 'em All". Das Cover zierte schwarz-rot-weiß einen Hammer, den Schatten einer Hand und Blut, sowie den typischen, noch heute verwendeten Metallica-Schriftzug. Metallica gründeten sich im Oktober 1981 in L.A., ein erstes Live-Album hieß 1982 "Alcoholica", richtig los ging es aber mit "Kill 'em all" im Jahr 1983.

1983/84 begann meine Leidenschaft für's Harte mit AC/DC und Deep Purple, später Led Zeppelin, Black Sabbath und Aerosmith.

1985/86 beglückte ich als DJ die Fetengemeinde im Klever Jugendheim "Effa" mit Hard-Rock und Metal, vor allem in der letzten Party-Stunde.... Die Jungs brachten ihre eigenen Heavy-Metal-Scheiben mit - von Motörhead, Metallica, Slayer, Possessed, AC/DC, Megadeth, Iron Maiden, S.O.D..

Und die legte ich auf, damit die Post abging.

Von 1986 bis 1989 hörte ich selbst Speed, Thrash- und Heavy-Metal, während meiner Abi- und sich der anschließenden Zivi-Zeit. Meine Favoriten waren Metallica und Slayer, o.g. S.O.D. waren auch klasse.

Der Sound war vor allem eines: Schnell, anders als Punk, und er hatte nichts mit etwa den Grindcore- oder
Deathmetal-Bands von heute, also 2008,  zu tun.

Wie waren "wir" Metal-Freaks sonst so drauf? Die meisten trugen keine Matte auf dem Kopf, sondern kurze Haare, so ähnlich wie die Metallica-Typen heute. Sweat-Shirts, mit oder ohne Metal-Motiv drauf, einfache T-Shirts, die aber meist mit Metal-Motiven, Röhren-Jeans, Turnschuhe. Bloß nicht zu schick. Wer sich aufbrezelte- wie ein Vorzeige-Metal-Freak - tat das Schlimmste in den Augen der Metalgemeindeglieder: Er war ein "Poser". Poser waren Bands wie Kiss oder Mötley Crüe und deren Anhänger. Ging gar nicht....Alice Cooper, der alte Rocker, war trotz seiner bizarren Auftritte kein Poser. Aber der war damals ja schon nicht mehr tonangebend.

Nein, wer dazu gehören wollte, musste schon "richtigen" Metal hören und sich nicht zu übertriben kleiden oder stylen. Ich war seinerzeit eine gekonnte Mischung aus Öko und Metal-Freak. Das sagte man jedenfalls über mich...       --------->

Ich wechselte frisurmäßig zwischen kurz und langmattig, letzteres auch aufgrund meines Faibles für die Hippie-Ära der 60er und 70er Jahre, den Anfängen des Heavy Metal.

Manche kamen mit Black-Metal, spielten mit dem Tabu der Satansanbetung mit  Drudenfuß, umgedrehten
Kruzifixen sowie der Zahl 666. Letzteres war mein Ding nicht. Mit der Satansanbetung konnte ich nun so ziemlich gar nichts anfangen (weshalb ich später auch nie bei den Grufties oder Gothics irgend etwas Ansprechendes finden konnte, die zu der Zeit etwa mehr und mehr in den Straßen wandelten).

Alkohol trank ich damals nicht, auch wenn dies zum Heavy-Metal-Umfeld dazu zu gehören scheint. Heute wäre mein damaliger Lebensstil wohl mit "Straight Edge" zu bezeichnen.


Meine Heavy Metal- Plattensammlung reicht von "ganz alt" - wer weiß denn, dass die ersten richtigen Metal-Scheiben 1968 auf den Markt kamen. In dem Jahr gründeten sich Deep Purple, in dem Jahr erschien "Blue Cheer"'s "Vincebus-Eruptum", die allererste Metal-Scheibe ever (die sich vorn und rückwärts gespielt genau gleich anhörte) und in dem Jahr traten MC5 erstmals auf, eine Band aus Detroit - bis in die 90er Jahre. Dann aber wird es Overcross-mäßig.



Deep Purple's "Made in Japan" ist eine große Nummer, desgleichen aber auch sämtliche Led Zepelin-Scheiben. Die ersten AC/DC-Scheiben sind unerreicht, desgleichen Motörhead-Lemmy's "Bomber"

Die Pioniere des Speed-Metal sind in meinen Ohren Metallica und Slayer, S.O.D. brachten nnoch den Aspekt "in der Kürze liegt die Würze" ins Spiel. War das eine Art Punk-Speed-Metal?

Mein Pflichtprogramm im WDR von etwa 1986 bis 1995 war die Sendung "Scream", immer dienstags im Wechsel mit "Graffiti" von 22:00 bis 0:00 Uhr ausgestrahlt.



Ein politische Botschaft hatte Metal nicht. Ich war allerdings 68er-beseelt und sah darin ein Statement gegen kommerzielle Musik und Mode, immerhin.
Metallica durfte ich 1987 live erleben, auf ihrer Master of Puppets-Tour, Slayer sah ich 1989, jeweils in der Essener Grugahalle.







Zu meinen Alben gehören heute:

- Deep Purple - Made in Japan

- Deep Purple - Perfect Strangers
- Deep Purple, Fireball
- Metallica- Ride The Lightning
- Metallica - And Justice for all
- Metallica - Garage days - revisited (genial!)
- Slayer -Reign in Blood (s. Bild->)
- Slayer, Live Undead
- S.O.D. - Speak English or Die
- Whitesnake, Saints & Sinners
- D.R.I.
- Razor.
- Blue Cheer
- MC 5 - Kick out the Jams -------->
-MC5 - High Time
- Iggy & The Stooges, Raw Power
- Golden Earring, Eight Miles High
- Led Zeppelin, The Song remains The same
- Led Zeppelin (die mit "Stairway To Heaven")
- Meat Loaf, Bat Out Of Hell
- Alice Cooper

Auf Cassetten tummelten sich:

- Scorpions
- ACDC
- Metallica - Kill'em'All
- Metallica - Master of Puppets (beide Alben sind spitze!)
- Megadeth
- Sepultura
- Motörhead
- Guns'n'Roses

Gebe zu, viele "Oldies" dabei.
Nun, dann kamen die 90er, Kurt Cobain betrat die Bühne, desgleichen Smashing Pumpkins, Pearl Jam und Rage against the machine....

Aber das ist wieder ein anderes Kapitel.....

M.Kupfer
von M.Kupfer veröffentlicht in: Rock, Punk, Indie und Co Community: Musik
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Profil

  • : M.Kupfer
  • m.kupfer
  • : männlich
  • : 25.11.1966
  • : Deutschland
  • : Ich bin als Rechtsanwalt tätig, habe Familie und stehe mitten im Leben, wie man so sagt. Themen: Gesellschaft, Politik, Independent- und Rock,Geschichte, Kultur, Sport, "grüne" Marktwirtschaft.

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