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Feuerstern ist da! Seit gestern!
Wer ist denn das ? Ein Kater, geboren zu Pfingsten 2011. also derzeit ca. 4 Monate alt, orange-rot, ein bisschen gestreift, weiße Pfoten, an der Brust auch weiß.
Zu Pfingsten kam er als einer von drei Katzenkindern in einem Bett zur Welt. Mama Lilly war irgendwann Monate zuvor ausgebüchst und war einige Tage nicht gesehen. Und Feuerstern war nun ein Ergebnis dieser Flucht...
Feuerstern heißt er in Anlehnung an eine Katzenfigur aus "Warrior-Cats", einer Jugendbuchreihe, in der es um Katzenclans in freier Natur geht. Der Feuerstern dort ist Anführer eines Katzenclans und hat die gleiche Fellfarbe wie "unser" Feuerstern.
Feuerstern wohnt also sei gestern bei uns, genau genommen, bei unserem Sohn. Er wird bespielt ohne Ende und wanderte in seiner ersten Nacht schon durch den Raum. Heute Vormittag ging es für ihn bereits in den Garten.
Große Aufregung....denn Feuerstern lief sein Revier ab, ohne Rücksicht auf Verluste...die Kinder waren etwas nervös, denn was ist, wenn Feuerstern schon am ersten Tag das Weite sucht?
Die Eskapaden endeten dann aber doch irgendwann.
Also, ich hätte schwören können, dass er sich einen Spaß daraus machte, wegzulaufen, einmal grinste er sich eins und zeigte die Mittelkralle....
M.Kupfer
Die ersten Beiträge zum Thema Borderline habe ich schon geschrieben, zuletzt "Die Geschichte von den Elfen".
Da Borderline zwei Seiten hat, also die der Partner/Angehörigen - die bei der Elfensache im Vordergrund steht - und die der Betroffenen, die selbst nicht immer wissen, warum sie "so" sind und auch, wenn sie wissen, wie es um sie steht, mit ihrer Störung umgehen müssen, poste ich einen Text, der von einem/einer Borderline-Betroffenen stammen könnte.
Charles C. Finn hat bereits 1966 dieses Gedicht geschrieben:
"Please Hear What I Am Not Saying"
Don't be fooled by me.
But such a glance is precisely my salvation, my only hope,
So I play my game, my desperate pretending game,
I don't like hiding.
Only you can call me into aliveness.
With your power to touch me into feeling
Do not pass me by.
Who am I, you may wonder?
Hier die deutsche Übersetzung:
Bitte höre, was ich nicht sage! Laß Dich nicht von mir narren. Laß Dich nicht durch das Gesicht täuschen, das ich mache, denn ich
trage Masken, Masken, die ich fürchte, abzulegen. Und keine davon bin ich. So tun als ob ist eine Kunst, die mir zur zweiten Natur wurde. Aber laß Dich dadurch nicht täuschen. Ich mache den
Eindruck, als sei ich umgänglich, als sei alles heiter in mir, und so als brauchte ich niemanden. Aber glaub mir nicht! Mein Äußeres mag sicher erscheinen, aber es ist meine Maske. Darunter bin
ich, wie ich wirklich bin: verwirrt, in Furcht und allein. Aber ich verberge das. Ich möchte nicht, daß es jemand merkt. Beim bloßen Gedanken an meine Schwächen bekomme ich Panik und fürchte mich
davor, mich anderen überhaupt auszusetzen.
Gerade deshalb erfinde ich verzweifelt Masken, hinter denen ich mich verbergen kann: eine lässige Fassade, die mir hilft, etwas vorzutäuschen, die mich vor dem wissenden Blick sichert, der mich
erkennen würde. Dabei wäre dieser Blick gerade meine Rettung. Und ich weiß es.
Wenn es jemand wäre, der mich annimmt und mich liebt... Das ist das einzige, das mir Sicherheit geben würde, die ich mir selbst nicht geben kann: daß ich wirklich etwas wert bin. Aber das sage
ich Dir nicht. Ich wage es nicht. Ich habe Angst davor.
Ich habe Angst, daß Dein Blick nicht von Annahme und Liebe begleitet wird. Ich fürchte, Du wirst gering von mir denken und über mich lachen. Und Dein Lachen würde mich umbringen. Ich habe Angst,
daß ich tief drinnen in mir nichts bin, nichts wert, und daß Du das siehst und mich abweisen wirst.
So spiele ich mein Spiel, mein verzweifeltes Spiel: eine sichere Fassade außen und ein zitterndes Kind innen. Ich rede daher im gängigen Ton oberflächlichen Geschwätzes. Ich erzähle Dir alles,
was wirklich nichts ist, und nichts von alledem, was wirklich ist, was in mir schreit; deshalb laß Dich nicht täuschen von dem, was ich aus Gewohnheit rede.
Bitte höre sorgfältig hin und versuche zu hören, was ich nicht sage, was ich gerne sagen möchte, was ich aber nicht sagen kann. Ich verabscheue dieses Versteckspiel, das ich da aufführe. Es ist
ein oberflächliches, unechtes Spiel. Ich möchte wirklich echt und spontan sein können, einfach ich selbst, aber Du mußt mir helfen. Du mußt Deine Hand ausstrecken, selbst wenn es gerade das
letzte zu sein scheint, was ich mir wünsche. Nur Du kannst mich zum Leben rufen.
Jedesmal, wenn Du freundlich und gut bist und mir Mut machst, jedesmal, wenn Du zu verstehen suchst, weil Du Dich wirklich um mich sorgst, bekommt mein Herz Flügel, sehr kleine Flügel, sehr
brüchige Schwingen, aber Flügel!
Dein Gespür und die Kraft Deines Verstehens, geben mir Leben. Ich möchte, daß Du das weißt. Ich möchte, daß Du weißt, wie wichtig Du für mich bist, wie sehr Du aus mir den Menschen machen kannst,
der ich wirklich bin, wenn Du willst.
Bitte, ich wünschte Du wolltest es. Du allein kannst die Wand niederreißen, hinter der ich zittere, Du allein kannst mir die Maske abnehmen. Du allein kannst mich aus meiner Schattenwelt, aus
Angst und Unsicherheit befreien, aus meiner Einsamkeit.
Übersieh mich nicht. Bitte übergeh mich nicht! Es wird nicht leicht für Dich sein. Die langandauernde Überzeugung, wertlos zu sein, schafft dicke Mauern. Je näher Du mir kommst, desto blinder
schlage ich zurück. Ich wehre mich gegen das, wonach ich schreie. Aber man hat mir gesagt, daß Liebe stärker sei als jeder Schutzwall und darauf hoffe ich.
Wer ich bin, willst Du wissen? Ich bin jemand, den Du sehr gut kennst und der Dir oft
begegnet.
M.Kupfer
Kennt jemand noch die deutsche Band "Echt"? Die waren zur Milleniumszeit ziemlich angesagt. Und Kim Frank, geb. 1982 spielte von 1994 bis 2002 in dieser Band.
Nun hat Kim Frank seinen Debütroman geschrieben - "27". Er erschien im Mai 2011.
Es geht um Musik, um eine fiktive Band namens "Fears", die als Senkrechtstarter die Charts erobert, dank der Texte und des Gesangs von Mika.
Die Hauptfigur, Mika, stolpert nur aufgrund seiner Texte mehr oder weniger zufällig in die Musikszene. Ihn verfolgt indes eine Idee, er ist überzeugt davon, mit 27 Jahren zu sterben - wie alle anderen im "Klub 27" aufgenommenen Rockmusiker, zB Jimi Hendrix, Jim Morrison, Brian Jones, Kurt Cobain, (und seit Ende Juli 2011 auch Amy Winehouse).
Es geht um die rockszenetypischen Begleiterscheinungen - Drogen, Sex, Geld, Verrat innerhalb der Band - und auch ein wenig Borderline.
In einem Delirium findet sich Mika am Ende im Klub 27 wider - und trifft dort alle verstorbenen Klub-Mitglieder, die gemeinsam jammen, was das Zeug hält.... Nur - sie sehen alle aus wie kurz vor oder nach ihrem Tod, oder mitten in ihrem Todeskampf...ein wenig gruselig. Dieses Delirium schließlich bewahrt Mika letztlich doch vor seinem "Schicksal", mit 27 zu sterben...... Er überlebt - und schreibt auch mit 28 Jahren weiter Texte...
Auf dem Klappentext heißt es u.A.:
"Die Zahl verfolgt ihn, so wie die die meisten großen Musiker verfolgt hat, die dann zu Mitgliedern des Klub 27 wurden, doch Mika hat nichts mit Musik zu tun. Das Bewusstein, niemand zu sein, , treibt ihn dazu, jemand gewesen sein zu wollen, und er tut alles, um seinen selbst auferlegten Fluch zu erfüllen...."
M.Kupfer
Es gibt bestimmte Dinge, die einen Urlaub perfekt machen. da ist jede/r sicher anders drauf.
Also, für mich und meine Familie wäre ein All-inclusive-Club-Urlaub an irgendeiner Mittelmeerküste jetzt nicht DER Inbegiff eines perfekten Urlaubs. Nichts gegen
das Mittelmeer, Italien ist toll, auch die "Putzfrauen-und-Ballermann-Insel" Mallorca (in BILD-sprech: Malle) ist toll. Nur - Clubathmo und All-inclusive, ganz egal wo auf der Welt, ach neeee,
lass ma'....ist nichts für uns...
Bevor ich vom Thema abweiche: Bei uns hat sich in den letzten Jahren jedenfalls als bevorzugte Region die Ostseeregion favorisiert.
In den letzten drei Jahren ist es Schweden, und in diesem Jahr
führte uns der Urlaub in ein nettes, kleines gelbes Ferienhaus auf der Insel Öland. Nach der Zeit im Ferienhaus verschlug es uns dann wieder auf die Halbinsel Kullen im Westen,
aber dazu folgt noch ein Extra-Bericht...
Es ist August. Ich bin etwas ausgepowert und leicht angegriffen von den letzten Monaten, zu aufreibend war die erste Jahreshälfte.
Sprich: Ich bin urlaubsreif. Dieser Urlaub auf Öland wird mir und meiner Familie die nötige Entspannung bieten... Die Seele baumeln lassen, lesen, auf das Meer schauen, schwimmen, Ausflüge - das ist einfach dran.
Tja, und wenn man dann über die ca. 140 km lange und maximal 16 km breite Insel fährt, im
Norden bewaldet, vor allem im Böda-Ekopark, im Süden flach und geprägt von der Stora Alvaret, die als Unesco-Weltkulturerbe klassifizierte ziemlich flache Heidelandschaft, die vielen niedrigen Trockenmauern in der Landschaft sieht, das Meer blau und glitzernd rechts oder links der
Strecke (je nachdem, ob man grad auf der West- Ostseite fährt ;-)), die Sonne scheint, trotz manch dramatischer Wolkenformation, im Radio läuft "Tidernas Bästa Rock" (ein Klasse-Rocksender mit Sachen von AC/DC, Metallica, Led Zeppelin, David Bowie früher, Deep
Purple, Iron Maiden, Whitesnake, Black Sabbath, Guns'n'Roses, Motörhead und ich weiß nicht was für Super-Musik)....ja dann, dann ist das für einen gelungenen
und erholsamen Urlaub schon einmal eine ziemlich gute Grundlage, würde ich sagen
.
Auch stimmte das Ferienhaus mit unseren Erwartungen im positiven Sinne überein, das Wetter war meistens gut - wir leben sehr gut mit Temperaturen zwischen 20 und 25 Grad Celsius - die Strände laden zum Baden ein, zumal kaum etwas los ist, feiner Sand im Norden (vor allem Böda Strand), etwas steiniger südlicher. Das Wasser: Klar, sauber (ausgezeichnet mit der "Blauen Flagge"), ca. 20 - 22 Grad Grad Celsius warm, für die Kinder zum Schwimmen ganz passend, da seicht und ruhig, an etwas windigeren Tagen eben etwas unruhiger.
Das Haus liegt in einem Ort - wenn man das denn so nennen kann, es gibt viele "Orte", die eigentlich mal Hofstellen waren, diese liegen auf den großen Grundstücken rechts und links der Straßen, die Öland durchziehen - namens Spångebro, das liegt auf "dem platten Land" unweit von Löt, von Köpingsvik ca. 12 km, von der "Hauptstadt" Borgholm ca. 15 km entfernt, also relativ mittig auf der Insel. Das ist für Ausflüge nach Nord und Süd sehr praktisch ....
Zum Wasser geht es von unserem Haus aus ca. 3 km auf einer langen geraden Straße, durch flaches Wiesenland, immer an niedrigen Trockenmauern vorbeidie die Insel so prägen, man sieht einige Gehöfte, Windmühlen - und Kühe....
Das Meer erreicht man, wenn man durch eine Kuhweide läuft, am Strand stehen vereinzelt Ferien- und Bootshäuser. Leider ist hier kein Sandstrand, das Wasser platscht auf einen steinigen, etwas tangüberzogenen "Strand", aber was soll's...
Unsere Vermieter, die Anderssons, wohnen auf dem selben Grundstück und sind sehr nett. Er betreibt ein Bauunternehmen und hat die Ferienhäuser sowie das eigene Haus selbst (um-)gebaut. An einem ziemlich regnerischen Vormittag fanden wir nach einem ziemlich nassen Spaziergang zum Meer und zurück einen Beutel Kaneelsnäcka - Zimtwecken - an unserer Haustüre, spendiert von den Anderssons...die Kaneelsnäcka haben wir dann auch bei Kaffee genossen, während die regennassen Klamotten trockneten.
A propos Kaneel: Das hier gibt es wohl nur in Schweden, nämlich Kaneel-Knäckebrot....
Unser nächster richtig toller Strand liegt 6,5 km weiter nördlich in Kårehamn, einem kleinen Fischerhafen. Feiner Sandstrand, einige Dünen, glatte große Steine im Wasser, ein Badesteg führt ins seichte Wasser, ca. 50 Meter von dem Steg liegt eine kleine Badeinsel. Man kann hier gut schwimmen, es ist wegen des seichten Wassers auch sehr geeignet für die Kinder, die beide ganz gut schwimmen können, aber nun, im Meer ist es eben anders als im Freibad zuhause...
Achso, ganz typisch in Schweden auf dem platten Land sind ganze Reihen von Briefkästen nebeneinander, sozusagen eine postbotenfreundliche Lösung am Straßenrand ...
Der Norden: Trollskogen, Sviks, Byxelkrok, Lange Erik, Böda Eko Park, Byrums Raukar, Hornsjön, Sandvik
Im Norden der Insel liegt vor allem der Ekopark Böda.
Zum Ökopark gehören mehrere Naturreservate, wie zum Beispiel der Trollskogen, Bödakusten östra, Böda backar, Idegransreservatet, Bödakusten västra, Skeppersäng, Lindreservatet, Grankulla Sjörstorp und Vargeslätt. Hier befindet sich auch der im 19. Jahrhundert angepflanzte Thujaskogen, der alte Kiefernwald von Fagerrör und der ursprünglich für Schiffsmasten vorgesehene Masteträden.
Wir besuchen den Trollskogen. Dieser liegt auf der nordöstlichsten Landzunge von Öland. Auf der einen Seite befindet sich die Ostses, im Westen die Bucht Grankullaviken. Hier steht auch der nördliche Leuchtturm "Lange Erik".
Durch den Trollskogen führen drei Wanderwege, einer mit 0,9 km, einer mit 2,7 km und schließlich einer mit 4,5 km Länge. Wir wählen Letzteren und gehen vom Naturum durch ein Waldgebiet mit knorrigen, krumm gewachsenen Bäumen. Krumm ist der Baumbestand wegen des starken Windes von der Ostsee. Abgestorbene Bäume stehen als totes Holz, am Boden liegen umgestürzte Bäume, Efeu wuchert. Im Inneren des Trollskogen dominiert Nadelwald mit zum Teil 200 Jahre alten Kiefern.
Wir erreichen einen Steinstrand an der Ostsee, Weiter oben liegt auf hellen Steinen das Wrack der im Dezember 1926 havarierten Sviks. Von dort führt der Wanderweg wieder in den Wald, wir passieren eine alte alte knorrige, verwachsene Eiche, die älteste auf Öland.
Der Strand zur Bucht Grankullaviken ist anders als die Ostseestrände von offenen Uferwiesen geprägt, die als Weidefläche dienen. Hier sieht man auch den "Langen Erik". Außerdem gibt es etwa 15 Grabhügel und Steinsetzungen prähistorischer Grabanlagen. Aufegfallen ist uns auch die im Süden verlaufende "Jaktmuren" -Steinmauer - aus dem 16. Jahrhundert.
Bei einem weiteren Ausflug in den Norden besuchen wir den Hornsjön und Byrums raukar.
Erst zum Hornsjön: Es ist der größte Binnensee auf Öland und liegt etwas südlich von Byrums raukar. Wir suchen und suchen, fahren über Huckelpisten, vorbei an den typischen niedrigen Steinmauern - und landen zunächst wieder an einem Ostseestrand, mit Blick auf Bla Jungfru... Wo aber ist der See? Ganz einfach, wir sind daran vorbei gefahren. Der liegt hinter einer Hotelanlage mit weiteren Ferienhäusern und Zeltplätzen.... Hinweisschilder? Fehlanzeige
Nun zu Byrums raukar: Großartig! Aber was ist das genau?
Also, zum einen liegt dieses großartige Raukgebiet an der Westküste mit Blick zur Bla Jungfru sowie zum Festland Richtung Oskarshamn in der Nähe des Dorfes Byrum.
In dem auch zum Naturreservat erklärten Gebiet am Ufer des Kalmarsunds stehen etwa 120 dieser Rauken genannten Kalksteinsäulen. Die größten der Säulen sind etwa vier Meter hoch. Die Säulen entstanden durch die durch die Meereswellen verursachte Erosion weicherer Kalksteine. Am Tage des Ausflugs herrschte eine sehr spannende Wetterlage - Wollkengetüme zogen über den Himmel, Wind - eine irrsinnige Atmosphäre. das meer aufegwühlt, und dann diese Steinsäulen vor der Kulisse, einfach wunderschön... Eigentlich, ja eigentlich wollten wir dort unseren Mittagssnack einnehmen. Aber kaum hatten wir uns niedergelassen, die Sachen herausgeholt, fielen schon die ersten Regentropfen auf unser Essen. Die Mittagspause wurde dann im Auto fortgesetzt. Als der Schauer nach knapp zehn Minuten vorüber war, schauten wir uns noch eine Weile um.
Am Sandstrand jenseits des Yachthafens gingen Leute in der Brandung schwimmen. manchmal erwischte uns noch der eine oder andere Regentropfen. Na, die Bilder sprechen für sich...
Ein weiteres Ziel ist Sandvik.
Die große Sehenswürdigkeit ist eine sieben Stockwerke große Windmühle nach holländischem Vorbild. Darin befindet sich ein Restaurant und man kann das Bauwerk auch für ein nicht unbeachtliches Geld besichtigen.
Viel spannender aber ist der Strand, der aber entgegen der Assoziation "Sand" eben nicht diesen aufweist, sondern weiße Steine.Das Meer brandet auf den weißen Steinstrand, die Sonne scheint, es ist schön... man kann sich an die von der Sonne erwärmte Steinmauer setzen und einfach nur auf die Brandung un den weißen Strand schauen.
In der Ferne brennt es an diesem Tag, auf dem Festland. Gegenüber liegt Oskarshamn. In Oskarshamn befindet sich auch ein Atomkraftwerk. Qualmwolken ziehen am sonst blauen Himmel südwärts. Später aber stellt sich heraus, dass ein Papierwerk brannte. Dennoch, die Emmissionen sind gewaltig, sie ziehen später über den ansonsten fast wolkenlosen Nachthimmel und trüben diesen. Interessante Farbspiele entstehen....
In Källa stehen einmal ein "Glassrestaurang" sowie eine Wehrkirche. Bei ersterem handelt es sich um ein Restaurant, in dem überwiegend selbst hergestelltes Eis serviert wird.
Und die Wehrkirche von Källa steht irgendwo Richtung Hafen, sie stammt noch aus der Wikingerzeit, auf dem Friedhof finden sich alte Grabplatten. Die Wehrkirche wird vor allem für Trauungszeremonien genutzt. Der ursprünglich dazu gehörige Wehrturm ist leider nicht mehr vorhanden. Zum Besichtigen müsste man jemanden anrufen, da es schon abends ist, so gegen 18 Uhr, lassen wir es und schauen uns so um sowie durch die Fenster nach innen... Der Hafen Källahamn ist sehr hübsch, klein aber fein irgendwie...
Zur Inselmitte: Midlandsskogen, Köpingsvik, Borgholm, Färjestaden, Bredsättras Café und Karamellkokeri.
Wie bereits geschrieben wohnten wir etwas nördlich der Inselmitte. Köpingsvik war unsere Einkaufsmöglichkeit Nr. 1, ca. 10 km entfernt. Eigentlich ist Köpingsvik auch bekannt für den Campingplatz sowie den dazugehörigen Strand. Aber der spielt in unserem Urlaub keine weitere Rolle. Kurz dahinter Richtung Westküste liegt bereits Borgholm.Eine Stadt am Kalmarsund mit ca. 3000 Einwohnern. Ein Yachthafen, eine Einkaufsmeile, Wohnhäuser. Und ein Schloss, nein, eigentlich zwei. Das eine ist Borgholm Slott und steht seit 1806 als Ruine vor der Stadt. Ein Brand zerstörte das seit ca. 1800 als Tuchfabrik genutzte Schlossgebäude, heute ist dort ein Museum, man kann die Ruine erwandern, die duster in der Landschaft seht. Und - das Schloss wird genutzt für kulturelle Veranstaltungen. Auch ein Kinderprogramm findet hier statt, leider aber für zusätzliches Geld.
Neben dem Borgholm Slott findet sich Solliden, der königliche Sommersitz. Man kann dort den Schlosspark besichtigen und dann vielleicht einen Blick auf die Schlosstürmchen erhaschen. Wir belassen es an diesem eher trüben Tag bei einem Blick auf den Gartenzaun...
Zwischen der Nord- und Südhälfte der Insel erstreckt sich der "Midlandsskogen", ein Wald, nördlich von der Stora Alvaret vorgelagert. Hier finden sich auch einige Sehenswürdigkeiten, dazu aber später...
Nach Färjestaden führt es uns wegen der "Schokofabrik". Färjestaden ist der Ort, den man auf dem Weg von Kalmar über die Brücke passiert, wenn man auf die Insel fährt. Unspektakulär im Wesentlichen, eine Geschäftstadt, ein Durchgangsort...
Die Schokofabrik liegt ziemlich unauffällig in einem Gewerbegebiet, sie ist klein, fast fährt man vorbei. Warum führt es uns dorthin? Diese Schokofabrik produziert für das Nobelpreiskomittee. Welche Besonderheiten werden denn dort hergestellt? Wir betreten ein ziemlich kleines Ladenokal, durch ein Fenster blickt man in den Produktionsraum. In den Regalen liegen Packungen mit der hier produzierten Süßwaren. Schokolade mit Chili, Pfeffer, Obst, Nüssen und ich weißm nicht was... Auch die typischen schwedischen Bonbons findet man dort. Allerdings erwartet einen hier ein gewisses Preisniveau. Also, um es kurz zu machen, wir belassen es bei zwei Tüten Schokoladenbruch und eine Tüte mit "Teaterkonfekt"... Also - irgendwie hätte man etwas "mehr" daraus machen können, z.B. Probierteller bereitstellen....so unsere Auffassung, auch wenn die Schokolade dort wirklich sehr gut ist....
Dafür haben wir nämlich in Bredsättra einen weiteren Hersteller von Süßwaren gefunden - die "Café und Karamellkokeri" in Bredsättra. Gleich an der weißen Kirche im "Ortskern" liegt die alte Dorfschule - und dort befindet sich die "Karamellkokeri". Dieser Betrieb hatte 2010/11 seine erste "Vollsaison". Die Betreiber sind deutsche Auswanderer aus Berlin, die hier vor Ort eine neue Existenz gegründet und sich das Handwerk selbst beigebracht haben... Hier kann man beim Bonbonkochen zusehen und die bunten uund süßen Erzeugnisse probieren, es gibt eine kleine "Kaffestugan" mit alten Möbeln und Fotos eines auf Öland lebenden deutschen Journalisten... Die Betreiber erläutern beim Bonbonkochen ihre Arbeitschritte in aller Regel mindestens zweisprachig...
Ein echter Tipp, diese Location, in der auch während der Saison immer etwas los ist.
http://www.cafe-karamellkokeri-bredsattra.se/
Der Süden: Ismantorp, Gråborg, Eketorp, Langer Jan, Stora Alvaret
Der Süden ist vor allem geprägt von der Stora Alvaret, einer flachen Heidelandschaft. Die Stora Alvaret ist ein Weltkulturerbe. Zunächst wirkt sie etwas karg, zugegeben. Aber, hier finden sich Planzen und Tierarten, die es nur hier gibt. Straßen ziehen sich durch die Alvar, niedrige Steinmauern, Sträucher....Wege? Fehlanzeige, zumindest nach unserem Eindruck.
Im Süden finden sich die meisten Sehenswürdigkeiten. Insbesondere alte Siedlungen aus den ersten 1.000 Jahren nach Christi...
So cruisen wir bei Rockklassiker-Musik südwärts, das Meer in Sichtweite, Windmühlen hier und da, passieren Orte wie Sandby, Tjusby, Gärdslösa, Bägby, Langlöt....
Unser erstes Ziel an diesem Samstag, an dem wir den Süden Ölands erkunden, ist Ismantorp. Dieses Ziel liegt im nördlichen Teil des Midlandsskogen auf der Höhe von Langlöt. Es geht von der Hauptstraße südwärts rechts ab, noch etwa 4-5 km Richtung Midlandsskogen.
Es handelt sich dabei um Reste einer Siedlung aus der Eisenzeit, eine Fliehburg. Durch eine Waldpfad gelangt man auf ein von Bäumen umsäumtes Gelände, in der Ferne sieht man das graue Steinrund. Der Ort wirkt an diesem sonnigen Samstagmorgen gradezu magisch.
Ein Baum - wir nennen ihn ganz spontan und wahrscheinlich völlig unwissenschaftlich "Druidenbaum" - ragt kahl in der Landschaft hervor. In dem Steinrund finden sich Fundamentreste der einst 88 Häuser dort, man kann sie ahnen, die alten Gebäude und Wege dort. Die Aura, wenn man denn das Wort benutzen möchte, ist durchaus überwältigend...
Man könnte von dort einen Marsch von 15 km durch den Midlandsskogen nach Gråborg, zur nächsten historischen Siedlung unternehmen. das Problem wäre der Rückweg... Also bleibt es beim motorisierten Untersatz.
Auf der Fahrt nach Gråborg passieren wir Lerkaka - hier stehen fünf Windmühlen hintereinander.
Weiter geht es vorbei an Bjärby, Runsten, Löpperstad, Akerby und Norra Möckleby. Dort auf der Höhe liegt also Gråborg.
In Gråborg fällt vor allem die Ruine von "St.Knuds Kapell" auf, sie hat was... Das Kirchenschiff ist anhand der Ruinen sehr gut zu erkennen, der Turm ist verschwunden.
Ca 200 m weiter weg liegt die Formborg. Wieder, wie schon bei Ismantorp, ein Steinrund, indes ohne Ruinen oder Fundamente der hier einst stehenden Häuser. Deswegen wirkte all dies nicht so sehr dramatisch.
Es geht deshalb recht schnell noch weiter südwärts, an der Stora Alvaret entlang.Bis Eketorp sind es noch über 60 km. Ja, und hier öffnet sich die Landschaft südlich des Midlandsskogen zur Stora Alvaret. Auf der einen Seite das Meer, auf der anderen also die große Alvar, 40 km lang, 10 km breit, karg wirkend, aber tatsächlich voll mit vielseitiger Flora und Fauna. Unesco Weltkulturerbe. Kaum bewohnt.
Vorbei an Orten entlang der Alvar wie Sandby, Kvinneby, Slagerstad, Alby, Triberga, Hulterstad, Skärlöv, Mellby, Segerstad, Mellstaby - und kurz vor Össby geht es rechts ab nach Eketorp.
Eketorp ist eine weitere Fornborg, in den 1960er/70er Jahren entdeckte man auf dem Grundstück Reste einer Fluchtburg. Auf diesen
Resten erfolgte sodann der Nachbau der Anlage mit Eketorp I, II und III.
Letztlich handelt es sich um ein Freilichtmuseum mit Gebäuden aus der Wikingerzeit, auch ein Museum befindet sich hier.
Man kann hier Knäckebrot backen, Bogenschießen, sich mit Kettenhemd, Helm, Schild und Schwert wappnen (für's Foto ;-)), Spiele aus
der Wikingerzeit erproben und sich einfach wohlfühlen.
Vom Eingangshäuschen wandelt man den Pfad zur Eketorp Borg entlang, hier sind Schilder als "Zeitstrahl" aufgestellt, die darstellen, wie weit zurück man in die Zeit reist. Irgendwan landet man irgendwo zu Beginn der westeuropäischen Eisenzeit, also ca. um 300 n.Chr.. Einen schönen sonnigen Nachmittag erleben wir hier...
Der nächste Stopp im Süden ist schließlich der Leuchtturm weit im Süden, der lange Jan. Von Eketorp geht es noch einmal weiter 15-20 min weiter südlich, nach Ottenby. Der lange jan liegt in einem Naturreservat mit einer Vogelstation, weshalb weite Bereiche im Umfeld des langen Jan für die Öffentlichkeit gesperrt sind. aber auch hier - die weite Sicht über das Meer und die Insel - sehr schön, die Bilder sagen wohl alles...
Achja, kleiner Nachtrag überhaupt: Wo waren wir eigentlich schwimmen?
In Kårehamn und in Bödasand sind sehr schöne Strände, wenn auch recht unterschiedlich. Bödasand ist ein Strand an einem Campingplatz, sehr schön, weißer Sand, eine Badeinsel, seichtes klares Wasser, blaue Fahne... wir hatten dort einen Mordsspaß und Erholung pur!
Weiter gehts nach Kalmar...das ist aber ein neues Kapitel...
M.Kupfer
Das "Buch ohne Namen" erschien als eines der groteskesten, aber auch lustigsten Horrorszenarien im Jahr 2009.
Ein dickes Werk, brauner Einband, es soll ein ECHT altes Buch in zerfledertem Leder darstellen, ein Buch, weswegen in Santa Mondega diverse Leute auf eine Art ermordet werden, von der Hannibal Lector aus "Schweigen der Lämmer" sich noch eine Scheibe abschneiden könnte...
Die Szene ist ein Ort, der an eine ziemlich "verfluchte" Westernstadt erinnert. Zu Beginn des Buches konnte ich auch nicht irklich einordnen, ob die Story im 19. Jahrhundert oder in der jetztzeit spielt. Nach einigen Seiten klärt sich aber einiges auf, es spielt JETZT...
Alle fürchten sich vor Bourbon Kid, nachdem dieser jahre zuvor ein furchtbares massaker in der Stadt mit meheren zig Toten verübt hatte. Nun soll er wieder zurück sein. Und schon beginnen gleich mehrer handlungstränge:
Im ganzen Gewimmel erwacht eine junge Frau aus dem Koma, in dem sie seit diesem Massaker lag. von Kugeln völlig durchsiebt hätte sie eigentlich nicht überleben können...
Zwei völlig weltfremde Mönche von einer fernen Insel tauchen auf, sie sollen einen Edelstein an einer Kette zurück in ihr Kloster holen. Eben jener Stein wechselt mehrfach den Besitzer, wer ihn hat, ist so gut wie tot.
Eine Hotelangestellte und ihr Lover nimmt den Edelstein an sich und beide stoplern - Zufall und Glück erstaunlich treu an ihrer Seite - durch diese wilde Story.
Ein von dem Gedanken an Bourbon Kid getriebener, eigentlich früh pensionierter Cop mit einem Spezialisten für übernatürliche Dinge erreicht immer etwas zu spät den Ort des Geschehens.
Ein Killer in Elvis-Kostüm hängt später ausgeweidet und angenagelt an der Decke eines Hotels...Der Edelstein muss schnell gefunden werden, denn wenn sich dieses Amulett während der bevorstehenden Sonnenfinsternis in den falschen Händen befindet, wird eine Katastrophe über santa Mindega hereinbrechen...
Die Katastrophe kommt, denn Bourbon Kid ist wieder zurück...Das nächste Massaker steht bevor. Die halbe Bevölkerung des Orts entpuppt sich entweder als Vampire oder Werwölfe...
Etwas chaotisch meine Beschreibung? So ist es im Buch von Anonymous auch...wer "gut" ist und wer "böse"? Macht euch selbst ein Bild...
M.Kupfer
Wenn ich schon im Artikel zu "La Linea" das Thema Borderline - Persönlichkeits-Störung anspreche, hier ist eine fabel-hafte (sic!) Darstellung von Borderline-Beziehungen.
Ich habe diesen Beitrag in einem Borderline-Forum entdeckt. Borderline-Betroffene, die ihre Erkrankung kennen und um ihre Perspektiven wissen, sagten mir "Ja, genauso ist es - leider!" Und Angehörige bzw. (Ex)Partner von Borderlinern finden sich in dem Text ebenfalls wieder....
Also, hier ist er:
"Elfen", es gibt sie wirklich… Warnung an alle!!!
Eloquenz
Elfen sind über die Maßen eloquente Wesen.
Sie haben die Fähigkeit, ihre Gesprächspartner in
kürzester Zeit in den Bann zu ziehen. Dabei spielt das
Thema keine Rolle.
Sie übernehmen die Führung des Gesprächs, bestimmen die
Themen und dirigieren die Richtung. Man fühlt sich
angehört, verstanden. Schnell erlangen sie das
Vertrauen. Sie gehen auf den Partner ein und verleihen
dem Gespräch immer wieder neue Impulse.
Ignoranz
Unangenehmen Themen begegnen Elfen mit beachtlicher
Ignoranz. Kein einfaches Ausweichen. Das Problem wird
regelrecht „zerschwiegen“. Wie kleine Kinder, die die
Augen schließen und glauben, damit unsichtbar zu
werden.
Jeder Versuch, sachlich zu diskutieren, versickert
erfolglos.
Aber Vorsicht !!! Verbal in die Enge getrieben,
reagieren Elfen mit ihrem gnadenlosen Zorn. Mühsam
erworbenes Vertrauen kann so in Sekundenschnelle
verbraucht werden.
Selbstbewusstsein
Elfen betreten einen Raum nicht, sie erscheinen! Diesem
Auftritt kann sich niemand entziehen. Unübersehbar
schreiten sie zu ihrem Ziel. Diese Wirkung ist ihnen
enorm wichtig und sie wenden viel Energie auf, um sie
zu erzielen.
Ein regelrechtes Bollwerk gegen Unsicherheit und
Selbstzweifel wird da aufgebaut. Kleidung, Schminke,
Gestik, Mimik.
Nur der aufmerksame Betrachter sieht, wie die Hände
zittern oder hört, wie die Stimme schwankt. Der
erfolgreiche Auftritt wird sofort vergessen. Die
Herausforderung liegt im nächsten.
Götter und Götzenbilder
Elfen lassen sich sehr leicht beeindrucken. Vor allem
von Personen mit Eigenschaften, die sie selbst
vermeintlich nicht besitzen. Die Bewunderung ist
grenzenlos, sie schwärmen in den höchsten Tönen.
Bereitwillig bringen sie Opfergaben dar. Oft
unangemessen hoch und die eigenen Verhältnisse
übersteigend. Doch wehe, ein Zweifel an der
Allmächtigkeit taucht auf. Tiefer kann der Fall nicht
sein. Über Nacht liegt das Götzenbild zerschmettert am
Boden.
Ich kann es (nicht)!
Traut sich eine Elfe HEUTE noch euphorisch zu, Berge zu
versetzen, so kann sie schon MORGEN daran zweifeln,
dass sie in der Lage ist, den Garten umzugraben.
Vollkommen unabhängig von den tatsächlichen
Fähigkeiten, schon erzielten Erfolgen und längst unter
Beweis gestellter Leistungsfähigkeit wertet sie sich
erbarmungslos ab.
Menschenkenntnis
Elfen durchschauen Menschen mit geradezu
schlafwandlerischer Sicherheit. Keine Schwäche, keine
Stärke bleibt ihnen verborgen. Ihr Urteil fällen sie
schnell aber dennoch treffsicher. Sie erkennen sofort,
in welcher Stimmung sich ihr Gegenüber befindet und
stellen sich darauf ein. Unmöglich, ihnen etwas
vorzugaukeln. Die Meister des Schauspiels erkennen die
falschen Töne im Ansatz.
Ungnade
Wer die Gnade der Elfen verliert, sollte ein dickes
Fell besitzen und auf alles gefasst sein.
Wie der Akupunkteur den Median, treffen Elfen
zielsicher die Punkte, an denen der Schmerz am
stärksten ist.
Jeder Versuch, den Konflikt im Gespräch zu lösen,
ist zum Scheitern verurteilt.
Jede Argumentation wirkungslos.
Die Elfen haben in dieser Situation nur noch ein Ziel:
zu verletzen.
Panta Rhei
„Alles fließt“, Werden und Vergehen. Beharrendes Sein
ist nur Täuschung. Heraklit war ein großer Philosoph...
Ein Gespräch mit Elfen ist ergötzlich, unterhaltsam,
nie langweilig. Elfen vertreten ihre Standpunkte mit
Nachdruck. Gegenteilige Argumente finden nur schwer
Gehör. Allerdings kann es durchaus geschehen, dass sich
die Meinung über Nacht ändert. Fassungslos steht man
plötzlich ganz anderen Aussagen gegenüber. Die haben
dann genauso wenig Bestand wie die letzten.
Motto: „Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern?“
Spontaneität
Elfen meinen, sie seien spontan. Sprunghaft, launisch
ist wohl treffender. Ganz erstaunlich, wie schnell so
ein Stimmungsumschwung vollzogen ist. Die Ursachen sind
oft banal. Versuche, die Stimmung aufzuheitern, können
schnell noch mehr Unheil heraufbeschwören.
Aber auch umgekehrt ist alles möglich.
Der richtige Satz im richtigen Moment verwandelt den
Griesgram in wenigen Minuten.
Nur, welcher Satz ist wann der richtige?
Elfenkinder
Elfen umsorgen ihre Kinder auf beeindruckende Weise.
Deren Wohlergehen dominiert das Elfenleben.
Geborgenheit und Nestwärme wird kein Elfenkind
vermissen.
Sie bekommen alles überreichlich, was die Elfe wohl
selbst vermisst hat.
Aber sie müssen auch stark sein, um nicht selbst zur
Elfe zu werden.
Welche Werte werden sie vermittelt bekommen; welche
sozialen Fähigkeiten entwickeln können?
Woran werden sie ihren Partner messen? Werden sie
ihrerseits die Nabelschnur durchtrennen können oder sie
als Fessel durch ihr Leben tragen?
Ihre Kinder sind für Elfen wie Partner. Das Alter
spielt da keine so große Rolle. Sie erleben jedes Glück
und jede Krise mit.
Man kann sich nur schwer vorstellen, wie ein Kind einen
Wutausbruch der Elfe erlebt und verarbeitet, mit dem
Chaos ihrer Gefühle, Stimmungen und Beziehungen fertig
wird, anfängt, darüber nachzudenken, woher die Narben
wirklich kommen, warum der einst vergötterte,
umklammerte Mensch nun plötzlich ein Teufel ist und
warum die Elfe nach dem guten Essen immer auf die
Toilette geht.
Das ist schon für einen Erwachsenen eine unheimliche
Erfahrung.
Tatsachen ???
Ja, die wirst du im Elfenland vergeblich suchen.
Da ist nichts von Bestand.
Die Realität entsteht in Abhängigkeit von der aktuellen Empfindung,
der momentanen Befindlichkeit.
Die Handlungen, die daraus erwachsen, sind unvorhersehbar.
Ereignisse, die stattfanden, hat es nie gegeben,
Ereignisse, die nie eintraten, werden zur Wirklichkeit.
Unmöglich, an etwas aus der Vergangenheit anzuknüpfen.
Unmöglich, begonnenes zu vollenden.
Weiß die Elfe, dass sie krank ist?
Ja, das weiß sie.
Aber nichts hasst sie mehr, als "daraufhin angesehen" zu werden.
Es gibt Zeiten, da kämpft sie dagegen.
Aber sie ist sich sicher, dass sie verlieren wird.
Tritt dieser Fall dann ein, nimmt sie es als die
Bestätigung dafür, dass alles beim alten ist.
Also geht die Show weiter.
Tag für Tag.
Täglich grüßt das Murmeltier.
Sie ist schlecht,
wie Säure frisst sie sich in Menschen.
Verdammt dazu, jeden Fehler zu wiederholen, unfähig, dem Teufelskreis
zu entfliehen.
Sie kennt den Mechanismus genau und kann doch nichts
dagegen tun.
Hass und Verachtung
Normalerweise entwickeln sich Gefühle wie Hass und
Verachtung aus konkreten Erlebnissen mit Menschen,
negativen Erfahrungen, Handlungen.
Quelle und Ursachen sind nachvollziehbar.
Nicht so bei Elfen.
Hast du dir den glitzernden Elfenstaub einmal aus den
Augen gewischt und hinter die mit viel Sorgfalt
errichtete Fassade geblickt,
dann ist es irgendwann vollkommen gleich, was du tust
oder sagst, es wird falsch sein.
Vollkommen grundlos,
für dich wie aus dem Nichts heraus und mit Übermacht
wird dich bald grenzenloser Hass und abgrundtiefe
Verachtung treffen.
Hass und Verachtung ermöglichen den Elfen, diese für
sie so unerträgliche Situation zu bewältigen, ihr Leben
endlich wieder in der gewohnten Weise fortzusetzen,
gänzlich unbeeindruckt von den Trümmern, die sie dabei
zurücklassen.
Im Gegenteil, jeder Ausbruch gibt ihnen ein Gefühl der
Stärke und Überlegenheit.
Das ist selten genug im Elfenleben.
Geradezu genüsslich weiden sie sich an den
Wirkungen der erzielten Treffer, werfen wie ein
fünfjähriges Kind den Kopf in den Nacken, schütteln die
Elfenmähne und entfernen sich triumphierend vom
Schlachtfeld.
So wankelmütig Elfen in ihren Entscheidungen und
Ansichten sonst auch immer sein mögen, in diesem Fall
bleiben sie konsequent.
Wenn es die Realität nicht hergibt, erfinden sie
einfach die absurdesten Geschichten, um Hass und
Verachtung zu nähren.
Ja, da stehst du nun und weißt nicht, wie dir
geschieht, fragst dich „Warum?“ und „Was hab ich ihr
denn getan?“ So kommst du aber nicht weiter.
“Warum?“ - dann kannst du auch fragen, warum es Elfen
gibt. Es gibt sie eben, du hast sie ja kennengelernt;
was treibst du dich auch im Elfenwald herum, hattest
genug Zeit, zu verschwinden. Aber du musstest ja auch
mit aller Gewalt den Glitzervorhang beiseite schieben.
“Was hab ich ihr denn getan?“ - gar nichts, du wolltest
nur ausgerechnet das, was sie dir so oft und
eindringlich versprochen und geschworen hat, was aber
von Elfen... niemals zu erwarten ist...
Draußen
Nun hat dich der Elfenwald endlich ausgekotzt.
Der Zauber ist VORBEI.
Die kleine Elfe ist mit neuen Besuchern beschäftigt.
So sind die Gesetze im Elfenwald.
DU bist nun draußen.
Mach dich an die Bestandsaufnahme.
Nimm die Fetzen deiner erodierten Seele und ordne, was
davon übrig ist:
Du wirst lange nicht, vielleicht nie wieder einem
Menschen wirklich vertrauen können.
Damit ersparst du dir, enttäuscht zu werden. Wenn das
kein Gewinn ist...
Du wirst nicht mehr lieben können, weil dich die kleine
Elfe für alle anderen Frauen verdorben hat.
Ach je, leih dir ein Buch über die Biochemie der Liebe
aus.
Lies, wie Neurotransmitter und Hormone in deinem
armseligen Hirn Jojo spielen.
Du wirst erkennen, dass es VIELE Elfen gibt.
Sie können sich nun nicht mehr vor dir verbergen.
Und sie spüren, dass du im Elfenwald warst.
Du musst sie nicht suchen,
SIE werden dich finden...
!!! Hast du eine Strategie für diese Begegnung?
Nein?
Dann lauf weg!!!
!!!LAUF!!!
SO SCHNELL DU KANNST!
Verfasser: Unbekannt
M. Kupfer
DEN kennt mancher bestimmt noch - die Zeichentrickfigur Lui, auch bekannt als "La Linea".
Aus einer Linie entsteht Lui, der eben diese Linie zunächst fröhlich entlangläuft, bis eine Lücke in der Linie, ein Hindernis oder wer weiß was auftaucht.
Dann reagiert er ziemlich impulsiv - aber auch kindlich-liebenswert - mit Freude, Wut, Erheiterung, Enttäuschung, jedesmal sehr extrem. 20 Stimmungswechsel in grad 3-4 Minuten!
Werden seine Wünsche nicht sofort erfüllt, "rastet" er aus, der Zeichner oder wer auch immer sich in den Weg stellt wird dann gnadenlos abgewertet. Das wird vergessen, wenn der Zeichner etwas Gutes für ihn tut, zum Beispiel die Linie vervollständigen, ihm das gewünschte Fahrzeg malt oder einen Golfschläger - je nach Situation und Bedürfnis von Lui eben. Der Stimmungswandel zeigt sich auch in der Veränderung des farblichen Hintergrunds - Hell: Gute Laune, Dunkel: O weia, es wird ernst....Rot oder Lila stehen für bevorstehende Wut,Hellblau oder Grün für unbändige Freude...zumindest meist passt diese Einteilung... Hier ein bis zwei Filmchen, bei Youtube gibt es die haufenweise, soviel ihr wollt!
So lustig und putzig das ist - ich kann mich wirklich darüber amüsieren und ziemlich kugeln
, viele andere sicher auch...- es gibt auch einen ernsten Bezug, einen echten Insider sozusagen.
In diesem Jahr habe ich sehr spannende Begegnungen mit Borderline-Betroffenen gehabt, daraus sind recht lebendige und gute Kontakte entstanden, die ich nicht missen möchte. Diese Menschen wissen um ihre Erkrankung und zeigen sogar Humor für ihre "Eigenheiten", die sowohl für sie, als auch für die Angehörigen oftmals so furchtbar sind.
Gleichwohl - Linea finden sie ebenfalls klasse, er ist mehr oder weniger ihr" Maskottchen", um es mal salopp auszudrücken. Zu den Beziehungen von Lui "La Linea" kann man wenig sagen, gleichwohl aber zu seinen extremen Stimmungsschwankungen, seiner Impulsivität, seinen Spaltungsmechanismen "Idealisierung" (der Zeichner wird geliebt, wenn er Lui hat entstehen lassen) und "Abwertung" (der Zeichner wird gehasst, wenn er in der Linie eine Lücke lässt oder nicht gleich die Wünsche von Lui erfüllt) sowie dem fehlenden emotionalen Gedächtnis. Kritik kann er nicht haben, je nach Situation wechselt die Stimmung, ist die Situation überstanden, wird sie vergessen... Was er ist, weiß er nicht wirklich, große Ziele scheint er nicht zu haben, langfristige Pläne auch nicht, er entscheidet situativ und stark emotional... Also, so kann man das auch interpretieren, sehr anschaulich...
M.Kupfer
Ehrlich, ich hätte mir nie träumen lassen, in meinem Blog einmal aus "Der Kleine Prinz" von Antoine de Saint-Exupéry zu zitieren.
Wenn es aber um Freundschaften geht, vor allem solche mit gewissen Tücken, muss die Geschichte vom Kleinen Prinzen und dem zu zähmenden Fuchs zitiert werden.
Sie passt so gut auf eine ganz besondere Geschichte mit viel Emotionen.
Um nicht als merkwürdiger und spinnerter Einzelgänger betrachtet zu werden:
Ich habe viele Freunde und Freundinnen, denke ich, jede dieser - in vielen Fällen sogar jahrzehntealten - Freundschaften hat ihre eigene Geschichte und ist wertvoll, jede hat ihre Höhen und Tiefen, intensive Phasen und Phasen des Ruhens, des Nullkontakts, wie es so heißt.
Kommt man wieder zusammen, so ist es, als habe man sich grad verabschiedet, obwohl Monate, manchmal viele Jahre dazwischen liegen. Ich möchte keine(n) von euch missen!
Mann, bin ich grad sentimental...
Macht euch nichts draus, manchmal ist das so, ein
bisschen kennt ihr mich ja...
Was aber macht Freundschaft eigentlich aus?
Eine Vertrautheit, ein sich-Mögen und Schätzen, aber mit Distanz. Ein Dasein-wenn-es-schwierig-ist, aber auch das Berücksichtigen von Grenzen. Gemeinsame Erlebnisse, ein sich-auf-den-anderen-verlassen können.Ähnliche Einschätzungen und Vorstellungen in elememtaren Dingen. Einander kennen - und trotzdem (!) oder gerade deshalb (!) mögen und schätzen.
Bei Freundschaften zwischen Männern und Frauen: Kein Sex!
Manchmal sind es einfach kleine Gesten, die etwas bewirken. Geburtstage nicht vergessen zum Beispiel. Sich mal melden, auch, wenn es nicht brennt. Und - jede Freundschaft ist für sich gesehen besonders, individuell. Vergleiche verbieten sich - strikt!
Im Gegensatz zu Partnerschaften bestehen Freundschaften parallel - sollte jedenfalls im Idealfall so sein. Nach meiner Auffassung gibt es in dem Bereich so etwas
wie "Ex" nicht. Also - mich würde dies aufhorchen lassen, gäbe es "Ex-Freunde". Eine Freundschaft kann ruhen, auf Eis liegen, einschlafen - oder wer weiß was. Aber ex und hopp? Da muss schon was
vorgefallen sein...aber Heftiges!
Gefährlich: Gefühle, wenn auch nicht immer vermeidbar...(seufz). Verletzungen passieren schnell, durch Missverständnisse zum Beispiel. Durch
heftige Reaktionen, durch üble Scherze, Mobbing, Fallenlassen, und wer weiß was...
Schön war neulich diese Situation:
"Wir bekommen heute Besuch, von alten Freunden!"
"Oh, da müsst ihr sicher noch sauber machen und aufräumen...!"
"Nee, dazu haben wir keine Zeit, die kennen uns aber gut genug!"
"Das müssen dann aber sehr gute alte Freunde sein!"
Ja - genauso ist es! Genommen werden, wie man ist.
Zeit - ja, Zeit spielt eine ganz große Rolle.
Man kann nichts erzwingen, ganz sicher nicht.
Hier der Passus aus dem "Kleinen Prinzen":
»Nein«, sagte der kleine Prinz, »ich
suche Freunde. Was heißt 'zähmen'?«
»Das ist eine in Vergessenheit geratene
Sache«, sagte der Fuchs. »Es bedeutet:
sich 'vertraut machen'.«
»Vertraut machen?«
»Gewiß«, sagte der Fuchs. »Du bist für
mich noch nichts als ein kleiner Knabe, der
hunderttausend kleinen Knaben völlig
gleicht. Ich brauche dich nicht, und du
brauchst mich ebensowenig. Ich bin für
dich nur ein Fuchs, der hunderttausend
Füchsen gleicht.
Aber wenn du mich zähmst, werden wir einander brauchen.
Du wirst für mich einzig sein in der Welt.
Ich werde für dich einzig sein in der Welt...«
»Ich beginne zu verstehen«, sagte der
kleine Prinz. »Es gibt eine Blume... ich
glaube, sie hat mich gezähmt...«
»Das ist möglich«, sagte der Fuchs.
»Man trifft auf der Erde alle möglichen
Dinge...«
»Oh, das ist nicht auf der Erde«, sagte
der kleine Prinz.
Der Fuchs schien sehr aufgeregt:
»Auf einem anderen Planeten?«
»Ja.«
»Gibt es Jäger auf diesem Planeten?«
»Nein.«
»Das ist interessant! Und Hühner?«
»Nein.«
»Nichts ist vollkommen!« seufzte der
Fuchs.
Aber der Fuchs kam auf seinen
Gedanken zurück:
»Mein Leben ist eintönig. Ich jage
Hühner, die Menschen jagen mich. Alle
Hühner gleichen einander, und alle
Menschen gleichen einander. Ich langweile
mich also ein wenig. Aber wenn du mich
zähmst, wird mein Leben wie durchsonnt
sein. Ich werde den Klang deines Schrittes
kennen, der sich von allen andern
unterscheidet. Die anderen Schritte jagen
mich unter die Erde. Der deine wird mich
wie Musik aus dem Bau locken.
Und dann schau! Du siehst da drüben die
Weizenfelder? Ich esse kein Brot. Für
mich ist der Weizen zwecklos. Die
Weizenfelder erinnern mich an nichts.
Und das ist traurig. Aber du hast
weizenblondes Haar. Oh, es wird
wunderbar sein, wenn du mich einmal
gezähmt hast! Das Gold der Weizenfelder
wird mich an dich erinnern. Und ich werde
das Rauschen des Windes im Getreide
liebgewinnen.«
Der Fuchs verstummte und schaute den
Prinzen lange an:
»Bitte... zähme mich!« sagte er.
»Ich möchte wohl«, antwortete der
kleine Prinz, »aber ich habe nicht viel Zeit.
Ich muß Freunde finden und viele Dinge
kennenlernen.«
»Man kennt nur die Dinge, die man
zähmt«, sagte der Fuchs. »Die Menschen
haben keine Zeit mehr, irgend etwas
kennenzulernen. Sie kaufen sich alles fertig
in den Geschäften. Aber da es keine
Kaufläden für Freunde gibt, haben die
Leute keine Freunde mehr.
Wenn du einen Freund willst, so zähme mich!«
»Was muß ich da tun?« sagte der kleine
Prinz.
»Du mußt sehr geduldig sein«,
antwortete der Fuchs. »Du setzt dich zuerst
ein wenig abseits von mir ins Gras. Ich
werde dich so verstohlen, so aus dem
Augenwinkel anschauen, und du wirst
nichts sagen. Die Sprache ist die Quelle
der Mißverständnisse. Aber jeden Tag
wirst du dich ein bißchen näher setzen
können...«
Am nächsten Morgen kam der kleine
Prinz zurück.
»Es wäre besser gewesen, du wärst zur
selben Stunde wiedergekommen«, sagte
der Fuchs. »Wenn du zum Beispiel um vier
Uhr nachmittags kommst, kann ich um drei
Uhr anfangen, glücklich zu sein. Je mehr
die Zeit vergeht, um so glücklicher werde
ich mich fühlen. Um vier Uhr werde ich
mich schon aufregen und beunruhigen; ich
werde erfahre, wie teuer das Glück ist.
Wenn du aber irgendwann kommst, kann
ich nie wissen, wann mein Herz da sein
soll... Es muß feste Bräuche geben.«
»Was heißt 'fester Brauch'?«, sagte der
kleine Prinz.
»Auch etwas in Vergessenheit
Geratenes«, sagte der Fuchs. »Es ist das,
was einen Tag vom andern unterscheidet,
eine Stunde von den andern Stunden. Es
gibt zum Beispiel einen Brauch bei meinen
Jägern. Sie tanzen am Donnerstag mit dem
Mädchen des Dorfes. Daher ist der
Donnerstag der wunderbare Tag. Ich gehe
bis zum Weinberg spazieren. Wenn die
Jäger irgendwann einmal zum Tanze
gingen, wären die Tage alle gleich und ich
hätte niemals Ferien.«
So machte denn der kleine Prinz den
Fuchs mit sich vertraut. Und als die Stunde
des Abschieds nahe war:
»Ach!« sagte der Fuchs, »ich werde
weinen.«
»Das ist deine Schuld«, sagte der kleine
Prinz, »ich wünschte dir nichts Übles, aber
du hast gewollt, daß ich dich zähme...«
»Gewiß«, sagte der Fuchs.
»Aber nun wirst du weinen!« sagte der
kleine Prinz.
»Bestimmt«, sagte der Fuchs.
»So hast du nichts gewonnen!«
»Ich habe«, sagte der Fuchs, »die Farbe
des Weizens gewonnen.«
Dann fügte er hinzu:
»Geh die Rosen wieder anschauen. Du
wirst begreifen, daß die deine einzig ist in
der Welt.
Du wirst wiederkommen und mir adieu
sagen, und ich werde dir ein Geheimnis
schenken.«
Der kleine Prinz ging, die Rosen
wiederzusehen:
»Ihr gleicht meiner Rose gar nicht, ihr
seid noch nichts«, sagte er zu ihnen.
»Niemand hat sich euch vertraut gemacht
und auch ihr habt euch niemandem vertraut
gemacht. Ihr seid, wie mein Fuchs war.
Der war nichts als ein Fuchs wie
hunderttausend andere. Aber ich habe ihn
zu meinem Freund gemacht, und jetzt ist er
einzig in der Welt.«
Und die Rosen waren sehr beschämt.
»Ihr seid schön, aber ihr seit leer«,
sagte er noch. »Man kann für euch nicht
sterben. Gewiß, ein Irgendwer, der
vorübergeht, könnte glauben, meine Rose
ähnle euch. Aber in sich selbst ist sie
wichtiger als ihr alle, da sie es ist, die ich
begossen habe. Da sie es ist, die ich unter
den Glassturz gestellt habe. Da sie es ist,
die ich mit dem Wandschirm geschützt
habe. Da sie es ist, deren Raupen ich
getötet habe (außer den zwei oder drei um
der Schmetterlinge willen). Da sie es ist,
die ich klagen oder sich rühmen gehört
habe oder auch manchmal schweigen. Da
es meine Rose ist.«
Und er kam zum Fuchs zurück:
»Adieu«, sagte er...
»Adieu«, sagte der Fuchs. »Hier mein
Geheimnis. Es ist ganz einfach: man sieht
nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche
ist für die Augen unsichtbar.«
»Das Wesentliche ist für die Augen
unsichtbar«, wiederholte der kleine Prinz,
um es sich zu merken.
»Die Zeit, die du für deine Rose
verloren hast, sie macht deine Rose so
wichtig.«
»Die Zeit, die ich für meine Rose
verloren habe...«, sagte der kleine Prinz,
um es sich zu merken.
»Die Menschen haben diese Wahrheit
vergessen«, sagte der Fuchs. »Aber du
darfst sie nicht vergessen. Du bist
zeitlebens für das verantwortlich, was du
dir vertraut gemacht hast. Du bist für deine
Rose verantwortlich...«
»Ich bin für meine Rose
verantwortlich...«, wiederholte der kleine
Prinz, um es sich zu merken.
M.Kupfer
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